„Mit schön gesetzten Wimpern und einer Augenbrauen-Modellage kann man sich so manche Augen-OP sparen“, sagt Beauty-Expertin Filiz Christoph-Atas. Professionell in Form gebrachte Brauen und Wimpern können zum Beispiel Schlupflider kaschieren und dem Gesicht einen schöneren Ausdruck verleihen. Der neueste Trick für den verführerischen Augenaufschlag: Wimpern wachsen lassen. Das funktioniert tatsächlich und zwar mit dem neuen Wundermittel Latisse vom Botox-Hersteller Allergan. Es verlängert die Wimpern nicht nur um 25 Prozent, sondern macht sie auch um 106 Prozent dichter und um 18 Prozent dunkler. Das Präparat enthält den Wirkstoff Lumigan, den der US-Pharmakonzern zur Behandlung von grünem Star produziert. Täglich auf den Wimpernrand geträufelt, wird Lumigan zum revolutionären Schönheitsserum. Bei einer klinischen Studie mit 280 Probanden brachten es die normalerweise acht bis zehn Millimeter langen Härchen bei manchen sogar auf knapp eineinhalb Zentimeter. Wird Latisse abgesetzt, kehren die Wimpern allerdings allmählich in ihren alten Zustand zurück.

Der Wimpern-Booster ist teuer. Eine Drei-Milliliter-Monatspackung kostet rund 85 Euro. Dagegen ist normale Mascara ein Schnäppchen: Zehn Milliliter gibt es schon ab zwei Euro. Außerdem kann es bei der Anwendung des Serums zu Nebenwirkungen kommen wie trockenen und geröteten Augen und in seltenen Fällen zu einer Farbveränderung der Iris. Deshalb ist das Mittel verschreibungspflichtig: Offiziell wird es bei Hypotrichosis – spärlichen oder fehlenden Wimpern – verschrieben. Doch als Indikation reicht oft schon ein subjektiv empfundener Mangel. Schon jetzt wird dem neuen Lifestyle-Medikament eine ähnliche Erfolgsstory wie Botox vorhergesagt. 600 Millionen Dollar Umsatz im Jahr macht Allergan mit dem Antifaltenmittel – mit Latisse will es langfristig 500 Millionen Dollar erreichen.
Kathrin Kunterding