„Mit zehn bekam ich meine erste Brille. Mit 15 stieg ich auf Kontaktlinsen um. Mein erster Griff ging morgens immer zum Linsenbehälter. Bei einer Kurzsichtigkeit von knapp fünf Dioptrien kam ich ohne Sehhilfe nicht klar. Besonders beim Sport störten die Linsen. Ein Staubkorn im Auge brachte mich auf meiner Lauf- oder Radstrecke aus dem Rhythmus. Auf den Wasserskiern reichte ein kleiner Spritzer. Im Frühjahr entschied ich mich deshalb zu einer Augenlaser-OP. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so entspannt abläuft. Gleich nach der OP konnte ich – oh Wunder! – von der Uhr an der Wand die Zeit ablesen.

Zur Kontrolle am nächsten Tag bin ich schon mit dem Auto gefahren. Mein Arzt war davon nicht begeistert, weil man seine Augen länger schonen sollte. In der ersten Woche lag meine Sehkraft noch zwischen 80 und 90 Prozent, in der Woche darauf schon bei 100 Prozent. Mein Gehirn brauchte länger, um sich umzustellen. Immer wieder ertappte ich mich in der Anfangsphase dabei, wie ich automatisch zum Kontaktlinsendöschen greifen wollte. Das habe ich schon längst weggeworfen. Ich fühle mich frei. Ein neues Lebensgefühl, für das ich 4300 Euro bezahlt habe. Jeder Cent hat sich gelohnt.“
Kathrin Kunterding