Fettabsaugen statt Fasten? Auf keinen Fall. Die Liposuktion darf nicht eingesetzt werden, um auf die Schnelle ein paar Kilos loszuwerden. Sie ist nur für Disproportionierte, die unter sehr hartnäckigen Fettpolstern wie Reiterhosen oder Hüftspeck leiden und bei denen weder Hungerkuren noch Gymnastik helfen. Eine Frau, die T-Shirts in Größe 34 trägt, aber Hosen in Größe 42 braucht, erreicht nur mit gezielter Fettabsaugung übliche Proportionen.

Einmal abgesaugte Fettzellen wachsen nicht mehr nach. Wer später wieder zunimmt, setzt zunächst an anderer Stelle an. Da aber niemals alle Fettzellen in den Problemregionen abgesaugt werden, kann auch dort noch bei einer Gewichtzunahme von mehr als fünf Kilo weiteres Fett eingelagert werden – wenn auch nur in wesentlich geringerem Umfang und ohne die alte Betonung.

Es gibt verschiedene Methoden der Fettabsaugung. Und keine ist völlig risikofrei. Wie bei jeder Operation kann es während oder nach dem Eingriff zu Komplikationen wie Wundinfektionen oder sehr selten Blutgerinnseln (Thrombosen) kommen. Unbefriedigende Ergebnisse wie Asymmetrien, Dellen oder schlaffe Haut treten dann auf, wenn ein unerfahrener Operateur ungleichmäßig abgesaugt hat. Interessante Tatsache: Manche Patienten lassen sich besser „entfetten“ als andere. Je schwächer das Bindegewebe, desto leichter lässt sich absaugen – mit dem erhöhten Risiko, dass man versehentlich zu viel absaugt und ein unschönes Resultat erzielt.
Kathrin Kunterding