Die Beauty-Medizin boomt. Auf knapp eine Million schätzt die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (www.dgaepc.de) die Gesamtzahl der Eingriffe pro Jahr in Deutschland. Davon waren 2008 beispielsweise 180.000 Faltenunterspritzungen, 170.000 Botoxbehandlungen, 80.000 Fettabsaugungen, 45.000 Brustvergrößerungen und -verkleinerungen sowie 40.000 Lidplastiken und 30.000 Nasenkorrekturen. Doch der Trend hat auch Schattenseiten: Mit der Zahl der ästhetischen OPs steigt die Zahl der verpfuschten Eingriffe: „Immer mehr Patienten benötigen nach misslungenen Operationen Korrekturen“, warnt etwa die DGÄPC. Umso wichtiger, dass Sie genau auswählen, wen Sie für Ihr besseres Aussehen bezahlen.

Der PRINZ-Check-up hilft bei der Wahl des richtigen Arztes:
Wenden Sie sich an seriöse Fachgesellschaften wie die DGÄPC, die Vereinigung der Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) oder die Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation (DSGI), die Listen ihrer Mitglieder veröffentlichen. Der Begriff Schönheitschirurg oder Ästhetischer Chirurg ist nicht geschützt. Jeder Arzt kann ihn unabhängig von seiner Ausbildung tragen. Geschützte Bezeichnungen sind Facharzt für Plastische Chirurgie, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte sowie Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen mit der Zusatzbezeichnung „Plastische Operationen“ sind für spezielle ästhetische Gesichtskorrekturen oftmals ebenso qualifiziert. Die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) können eine Zusatzqualifikation für die Ästhetische Gesichtschirurgie erwerben.

Eine Facharztausbildung allein garantiert noch kein gutes Ergebnis. Auch ohne Zusatzqualifikationen können erfahrene Ärzte hervorragende Arbeit leisten. Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der seit fünfzehn Jahren mehrere ästhetische Nasen-OPs pro Woche durchführt und sich fachlich weitergebildet hat, ist eine bessere Anlaufstelle als ein plastischer Chirurg, der hauptsächlich in der Unfallchirurgie praktiziert.

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Haben Sie keine Hemmungen, sich bei einem Arzt nach seiner Ausbildung und seiner Erfahrung, speziell beim gewünschten Eingriff, zu erkundigen. Notieren Sie sich schon vor dem Gespräch alle Ihre Fragen. Hilfreiche Basis für ein Beratungsgespräch sind die Patientenfragebögen der DSGI, die unter www.aesthetischplastische-chirurgie.de bzw. www.zahn-info-portal.de zum Download bereit liegen. Verlassen Sie sich nicht nur auf Bilder von Behandlungsergebnissen, die digital nachbearbeitet sein könnten. Ein seriöser Experte vermittelt gern Kontakte zu Patienten, die von ihren Erfahrungen berichten können.

Einen guten Fachmann erkennen Sie außerdem daran, dass er Ihnen die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten mit Vor- und Nachteilen erklärt und Sie zu keiner bestimmten Methode drängt. Er besitzt psychologisches Einfühlungsvermögen und Formgefühl. Jeder Chirurg hat seine Handschrift. Was nützt der Spezialist für süße Stupsnasen, wenn Sie etwas ganz anderes wollen? Vereinbaren Sie bei mindestens zwei Ärzten Termine. Die Beratungskosten werden in der Regel verrechnet, wenn Sie den Eingriff vornehmen lassen.

Achten Sie auf Qualität und weniger auf den Preis. Denn hinter plakativen Billig-Angeboten wie „Brustvergrößerung für 2999 Euro“ stecken oft Ärzte, die mehr am Umsatz als am guten Ergebnis interessiert sind. Auch ausländische Kliniken locken in der Regel mit günstigeren Preisen. Doch bei Komplikationen wird der Spartrip schnell anstrengend und teuer: Sprachbarrieren, mehrfache Anreisen wegen Nachbehandlungen. Und deutsche Ärzte weigern sich meist, von ausländischen Kollegen durchgeführte Operationen nachzubessern.
Kathrin Kunterding