Herr Threepwood, Ihren Namen kann man sich kaum merken. Das könnte Ihrer politischen Karriere zum Verhängnis werden.
Im Gegenteil. Vor allem die computeraffinen Wähler der Piratenpartei werden die Geschichte dahinter zu schätzen wissen: Damals nannten die Grafikdesigner die Datei meiner Figur „guy“. Die Endung „.brush“ fügte die Software hinzu. Eine elektronische Taufe, sozusagen. Ich bin der Beweis, dass Rechner unseren Alltag bestimmen.
Warum ausgerechnet die Piratenpartei?
Die Piraten sind die politische Vertretung der Generation C64. Menschen, die mit Computern groß geworden sind. Genau wie ich. Außerdem muss ich dort nur einen Mitgliedsbeitrag bezahlen, um mich endlich Pirat nennen zu dürfen.
Welche Erkenntnisse aus Ihren Abenteuern helfen bei der Volksvertretung?
Vor allem die brutalen Wortgefechte, die ich zu Anfang meiner Karriere in einem Piraten-Workshop geführt habe. Ich habe auf jede Beleidigung eine entwaffnende Antwort parat.
Bisher war Ihr Erzfeind der Geisterpirat LeChuck. Und nun?
In Deutschland ist „Zensursula“ von der Leyen unser Feindbild. Lassen Sie sich gesagt sein: Ein Computerspieleverbot wird es mit uns nicht geben!
Das haben Sie wirklich professionell formuliert.
Man tut, was man kann. Wenn alle Stricke reißen, habe ich noch ein paar schmutzige Voodoo-Tricks in der Hinterhand, um Gegner mundtot zu machen.
skö