Für die dauerhafte Haarentfernung, auch Epilation genannt, haben sich drei Techniken bewährt: die Laser- und die IPL-Technologie (IPL = intensiv gepulstes Licht) sowie die Nadel- oder Elektroepilation (Elektrolyse). Bei dieser klassischen Methode der Haarentfernung wird eine hauchdünne Sonde entlang des Haarkanals bis zur Haarwurzel geführt. Dort gibt sie einen kurzen Stromimpuls ab, der das Haar an der Wurzel zerstört. Die Elektro-Methode kann zu dauerhaften Resultaten führen und auch für helle und rote Haare angewendet werden. Allerdings ist sie teilweise schmerzhaft und aufwändig. Es besteht das Risiko der Narbenbildung.

Beim Laser- und IPL-Verfahren wird die Haarwurzel auf über 65 Grad Celsius erhitzt und dadurch abgetötet. Das Licht des Lasers und der hochenergetischen IPL-Blitzlampe reichen nur wenige Millimeter in die Haut hinein – das reicht, um die lästigen Haare zu entfernen. „Beide Behandlungen sollten von einem erfahrenen Arzt überwacht werden, und es sollten immer die neuesten Geräte zum Einsatz kommen“, rät Dermatologe Dr. Stefan Duve. Denn bei unsachgemäßer Anwendung bestehen Risiken wie Narben, Verbrennungen und Pigmentstörungen.

Am besten lassen sich hellhäutige Patienten mit dunklen Haaren behandeln. Denn Haare enthalten das Pigment Melanin, das die Lichtenergie aufnimmt und in Hitze umwandelt. Blonde, rote und weiße Haare enthalten wenig bis sehr wenig Melanin und können daher nicht so wirkungsvoll behandelt werden. Auch die obere Hautschicht, die Epidermis, enthält Melanin. Dunkelhäutige oder sonnengebräunte Patienten können daher nur mit weniger Energie bearbeitet werden, weil ihre Haut verbrennen oder helle Flecken bekommen könnte.

Menschen mit sehr hellen Haaren oder dunkler Haut können auf die Elosepilation ausweichen. Die Elostherapie kann bei nahezu allen Haar- und Hauttypen angewendet werden, da Melanin-unabhängige Energie verwendet wird. Elos steht für elektro-optische Synergie. Bei der Behandlung zur Haarentfernung werden überschwellige Lichtenergie und Radiofrequenzstrom in Millisekunden langen Impulsen in die Haut eingestrahlt. Die Folge: Haarfollikel werden zerstört, die Haut dabei gleichzeitig geschont. Verbrennungen kommen bei dieser relativ sanften Methode praktisch nicht vor.

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Prof. Dr. Albert Hofmann von der Ulmer Klinik Rosengasse wendet in seinem Laserzentrum mehrere unterschiedliche Laser der neuesten Generation für Entfernungen von Haaren, Besenreisern oder Tätowierungen an. „Es können nie alle Haare in einer Sitzung entfernt werden, da sich die einzelnen Haare in unterschiedlichsten Phasen des Wachstumszyklus‘ befinden“, sagt der Facharzt für plastische Chirurgie mit Spezialisierung im ästhetischen Bereich.

Normalerweise sind mindestens drei bis acht Behandlungen im Abstand von ein bis zwei Monaten erforderlich, um so gut wie alle unerwünschten Haare einer Region zu beseitigen. Nach klinischen Untersuchungen können rund 90 Prozent der Haare dauerhaft entfernt werden. Wenn die behandelten Haare eventuell aus hormonellen oder anderen Gründen wieder anfangen zu wachsen, müssen sie erneut unter den Laser oder die IPL-Blitzlampe.

Vor der Epilation sollten die Zonen rasiert, aber nicht gezupft, gewachst oder mit Enthaarungscreme behandelt sein. Denn die Haare müssen für ein erfolgreiches Ergebnis noch mit Wurzeln vorhanden sein. Nach der Behandlung braucht die Haut zwei Wochen Schonzeit. Das heißt, direkte Sonne und Solarium meiden, notfalls Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen.
Kathrin Kunterding