Bisher waren Silikon-Implantate das einzige wirksame Mittel zur Brustvergrößerung. Jetzt gibt es neue Verfahren für Frauen, die kein Fremdmaterial im Körper wollen oder nur leichte Korrekturen wünschen. Eine Möglichkeit ist die Unterspritzung mit Hyaluronsäure. Mit dem Fillermaterial können nicht nur Fältchen oder kleine Dellen am Körper aufgefüllt, sondern auch Brüste sanft geformt, gestrafft und vergrößert werden – bis zu einer halben BH-Größe mehr. Das Gel wird unter örtlicher Betäubung zwischen Brustdrüse und Brustmuskel gespritzt. Nachteil: Der rund 3500 Euro teure Eingriff muss nach drei Jahren wiederholt werden, da sich die Substanz bis dahin abgebaut hat. Fremdkörperreaktionen wie Rötungen und Entzündungen sind möglich. Im schlimmsten Fall kann das Gel wieder abgesaugt werden. Da die Methode noch neu ist, gibt es nur wenige Erfahrungsberichte.

Neue Eigenfettmethode
Ebenfalls neu in der Beautymedizin ist die weiter entwickelte Fettinjektion zum Brustaufbau. Mit neuen Methoden zur Gewinnung und Aufbereitung sowie zur Implantation des Eigenfetts in die Brust kann man jetzt Resultate erzielen, die natürlich aussehen und im Idealfall dauerhaft sind. Eine Körbchengröße oder – seltener – zwei Körbchengrößen mehr können durch eine Eigenfettbehandlung erreicht werden. Voraussetzung: ein „Zuviel an Fett“ an den „Problemzonen“ wie Bauch, Po oder Oberschenkeln. Denn dort wird das Fett abgesaugt, schonend aufbereitend und anschließend in die Brust injiziert. Noch behandeln nur wenige Kliniken mit dieser Methode, und über die Frage, wie viele der Fettzellen anschließend lebenslang im Körper verbleiben, gehen die Expertenmeinungen auseinander von „weniger als die Hälfte“ bis „70 bis 80 Prozent“.

Stammzellen statt Silikon
Für „Zukunftsmusik“ halten auch viele Experten die Stammzellmethode. Dabei wird das Eigenfett vor der Injektion mit körpereigenen Stammzellen angereichert. Das soll verhindern, dass die Fettzellen absterben. Fast 100 Prozent der transplantierten Zellen könnten dadurch im Körper verbleiben, so die Befürworter des neuen Verfahrens. Bisher wird die Brustvergrößerung mit Stammzellen nur vereinzelt in Japan, den USA und Europa angewendet. Laut vorliegender klinischer Untersuchungen gilt die Methode als ungefährlich. Doch noch liegen keine Langzeitstudien vor, die das Verfahren als echte Alternative zur herkömmlichen Brustvergrößerung auszeichnen.
Kathrin Kunterding