Bei der 27-jährigen Kerstin aus Berlin hätte eine Fettabsaugung allein nicht gereicht. Nach zwei Schwangerschaften und Diäten mit Jojo-Effekt hing ihr Bauch, war vernarbt und faltig. Die hässliche Fettschürze ließ sie sich durch eine Bauchdeckenstraffung plus Liposuktion entfernen. „Ich wog nach meiner ersten Schwangerschaft mit 19 Jahren 113 Kilo. Ich habe dann zwar 45 Kilo abgenommen, aber meine Haut hing immer schlimmer“, erzählt Kerstin. Nun erinnert nur noch eine schmale Narbe an die alten Zeiten. „Ich habe noch immer keine Modelfigur, aber mein Bauch ist so gut wie weg.“

Die Bauchdeckenstraffung ist eine häufig durchgeführte Operation, bei der Bauchhaut und „ausgeleierte“ Bauchmuskeln gestrafft werden. Sie wird bei Bedarf mit einer Fettabsaugung kombiniert und eingesetzt, wenn Bauchhaut und Bauchmuskeln durch Schwangerschaft oder starke Gewichtszunahme stark gedehnt wurden und sich nicht in den ursprünglichen Zustand zurückbilden können. Auch genetisch oder altersbedingt kann die Haut erschlaffen. Voraussetzung für den aufwändigen Eingriff: Eine gute körperliche Verfassung. Wer plant, viel abzunehmen oder schwanger zu werden, sollte die OP verschieben.

Es gibt verschiedene Techniken der Bauchdeckenstraffung. Eine komplette Bauchdeckenstraffung, die so genannte totale Abdominoplastik, dauert zwischen zwei und fünf Stunden und wird in Vollnarkose durchgeführt. Eine Mini-Bauchdeckenstraffung dauert nur ein bis zwei Stunden. Der Chirurg setzt einen Schnitt von Hüfte zu Hüfte direkt über dem Schambereich. Mit einem zweiten Schnitt wird der Bauchnabel vom umgebenden Gewebe freigelegt. Bei einer Mini-Bauchdeckenstraffung sind die Schnitte kürzer, und häufig muss der Nabel nicht verlegt werden. Dann wird die Haut von der Bauchwand getrennt, und die senkrechten Bauchmuskeln werden gestrafft. Dadurch wird die Bauchdecke fester und die Taille schmaler. Überschüssiges Fettgewebe wird entfernt und eine neue Öffnung für den Bauchnabel gebildet. Schließlich werden alle Schnitte vernäht und Drainagen gelegt, um die Wundflüssigkeit ablaufen zu lassen.

In den ersten Tagen ist der Bauch geschwollen, und man hat Schmerzen. Zwei bis drei Tage muss der Patient in der Klinik bleiben. Für die nächsten zwei bis vier Wochen ist Schonzeit angesagt – kein Sport, keine großen körperlichen Anstrengungen und keine Arbeit. Die Fäden werden nach 14 bis 21 Tagen gezogen, und es wird statt des Verbandes ein Kompressionsmieder angelegt. Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis die Narben flacher und blasser werden. Sie lassen sich jedoch gut von Unterwäsche oder Bikinihöschen verdecken. Das Ergebnis der Bauchdeckenstraffung ist meist dauerhaft, wenn man sein Gewicht relativ konstant hält, auf gute Ernährung und ausreichende Bewegung achtet.
Kathrin Kunterding