Eine Show der Superlativen und Rekorde brachte uns das russische Fernsehen über den Bildschirm. Mit einer gigantischen Show von Cirque de Soleil, in die auch der Vorjahressieger Dima Bilan eingebunden war, wurde der Eurovision Song Contest eröffnet.

Nach einer kurzen Begrüßung durch das Moderatorenpaar Alsou und Ivan Urgant, die im Gegensatz zu ihren Kollegen in den beiden Halbfinals ein angenehmes und kompetentes Team abgaben, wurde der Reigen der 25 Länder mit dem Beitrag aus Litauen eröffnet. Jedes Land konnte sich auf der riesigen Bühne mit vielen Farben und Formen präsentieren.

Spanien schloss die musikalische Reise durch Europa ab und nach zwei Schnelldurchläufen zeigte sich in seinem Pausenprogramm sehr experimentierfreudig. Riesige durchsichtige flache Bassins, deren Boden mit Wasser bedeckt war, wurden von der Decke der Halle gelassen und im Zusammenspiel mit Licht kreierten Darsteller unterschiedlich Formen und Figuren im Wasser. Die Bassins machten erst kurz über den Köpfen der Zuschauer und Teilnehmer halt, die in das Kunstwerk mit eingebunden wurden.

Im Gegensatz zu manch anderem Jahr war das Pausenprogramm sehr kurz. So musste man nicht lange auf die spannende Punktevergabe warten. Jedoch zeigte sich sehr schnell, dass das Festival in Moskau einen klaren Sieger kannte. Unter anderem 16 mal 12 Punkte, zehn mal jeweils 10 und 8 Punkte füllten das norwegische Konto auf die stattliche Summe von 387 Punkte. Jedes Land konnte sich für das Lied erwärmen. Norwegen gewann beim dritten Mal mit der höchsten Punktzahl, die jemals erreicht wurde und mit den größten Punktevorsprung . Fast wäre ihm noch ein dritter Rekord gelungen. Die durchschnittliche betrug 9,4. Es gab nur ein Jahr, wo der Sieger noch eine bessere Punkteausbeute hinlegte. Großbritannien siegte 1976 mit einem Punktedurchschnitt von 9,6.
Nach neun Jahren hat mit Norwegen wieder ein Land gewonnen, dass schon mindestens einen Sieg vorher in der Geschichte des Grand Prix davontrug

Nachstehend das gesamte Endergebnis:

01. Norwegen: Alexander Rybak – Fairytale 387
02. Island: Yohanna – Is It True 218
03. Aserbaidschan: AySel & Arash – Always 207
04. Türkei: Hadise – Düm Tek Tek 177
05. Grossbritannien: Jade – It’s My Time 173
06. Estland: Urban Symphony – Rändajad 129
07. Griechenland: Sakis Rouvas – This Is Our Night 120
08. Frankreich : Patricia Kaas – Et s’il fallait le faire 107
09. Bosnien-Herzegowina: Regina – Bistra voda 106
10. Armenien: Inga & Anush – Jan jan 92
11. Russland: Anastasia Pridhodko – Mamo 91
12. Ukraine: Svetlana Loboda – Be My Valentine (Anti-Crisis Girl) 76
13. Dänemark: Niels Brinck – Believe Again 74
14. Moldawien: Nelly Ciobanu – Hora din Moldova 69
15. Portugal: Flor-de-Lis – Todas as ruas do amor 57
16. Israel: Noa en Mira Awad – There Must Be Another Way 53
17. Albanien: Kejsi Tola – Carry Me In Your Dreams 48
18. Kroatien: Igor Cukrov ft. Andrea – Lijepa tena 45
19. Rumänien: Elena Gheorghe – The Balkan Girls 40
20. Deutschland: Alex Swings Oscar Sings – Miss Kiss Kiss Bang 35
21. Schweden: Malena Ernman – La voix 33
22. Malta: Chiara – What If We 31
23. Litauen: Sasha Son – Love 23
24. Spanien: Soraya – La noche es para mí 23
25. Finnland: Waldo’s People – Lose Control 22

Deutschland musste sich in der sehr starken Konkurrenz mit einem zwanzigsten Platz zufrieden geben. Trotz eines grandiosen Auftritts von Alex Swings Oscar Sings zusammen mit Dita von Teese gelang es dem deutschen Team nicht mit Miss Kiss Kiss Bang die anderen Länder zu überzeugen.

Hier die 11 Länder, die uns unter den ersten zehn sahen.

Belgien 2 Punkte
Frankreich 3 Punkte
Großbritannien 7 Punkte
Bosnien-Herzegowina 2 Punkte
Türkei 1 Punkt
Albanien 3 Punkte
Niederlande 2 Punkte
Portugal 1 Punkt
Irland 1 Punkt
Dänemark 7 Punkte
Norwegen 6 Punkte

Neben Norwegen konnten sich auch die Isländer freuen. Sie holten wie 1999 den zweiten Platz und egalisierten ihre beste Platzierung. Auch Aserbaidschan konnte triumphieren. Bronze schon bei der zweiten Teilnahme. Estland, das seit 2004 zum ersten Mal in einem Finale stand, schloss den Abend erfolgreich als sechstes ab.

Die viel gescholtenen Big Four konnten zum ersten Mal seit 2004 zum Teil wieder Plätze unter den Top Ten erreichen. Die großartige Sängerin Patricia Kaas holte für Frankreich Platz Acht und Jade ersang sich mit der Unterstützung des Musical Komponisten Sir Andrew Lloyd Webber Platz 5 für Großbritannien.

Enttäuschung in Griechenland. Der hochfavorisierte Sakis Rouvas konnte trotz pompöser Bühnenshow seinen dritten Platz von 2004 nicht wiederholen..
Ähnlich wie die Griechen setzte auch die Ukraine auf viel Tamtam. Ähnlich wie 2008 überboten sich die beiden mit ihrer Bühnenshow. Doch auch bei der Ukraine endete es dieses Mal nur im Mittelfeld. Hoffentlich wird das Anti Crisis Girl Svetlana Loboda jetzt nicht selbst in eine Krise fallen und ihr mit Hypotheken belastetes Appartement verlieren.

Tränen auch auf einer kleinen Insel im Mittelmeer. Maltas Chiara landete nach ihrem dritten Platz 1998 und dem zweiten in 2005 in Moskau nur auf Platz 22.

Noch schlimmer kam es für Finnland. Es holte sich ihren neunten letzten Platz ab. Bislang teilten sie sich den zweiten Platz in der Statistik der Loser mit Belgien und Österreich.

41 Länder lecken ihre Wunden und in Norwegen hängt der Himmel voller Geigen.
Aber es gilt immer noch die Devise. Nach dem Grand Prix ist vor dem Grand Prix und es gibt schon erste Mutmaßungen über den zukünftigen Austragungsort 2010.

Bis dahin jedoch werden die Auftritte und Punkte genauestens reflektiert und analysiert.

Freuen wir uns an und mit dem Sieger Alexander Rybak aus Norwegen und hoffen, dass seine musikalische Märchenstunde zu einem großen Erfolg in den europäischen Charts wird.