Ladies first: Am 11. September feierte Charlotte Roche ihre Premiere als „3 nach 9“-Moderatorin an der Seite von Giovanni di Lorenzo. Wochen vorher begann es bereits heftig im Internet zu brodeln. Gegner der 31-jährigen „Feuchtgebiete“-Autorin echauffierten sich fast zu Tode und sahen das Ende des niveauvollen TV-Talks kommen. Roche sei nicht seriös genug, hieß es oftmals. Sie sei für ihr Alter zu unreif, sowieso maßlos überschätzt und nicht nur wegen ihrer piepsigen Stimme unfassbar nervig – um einige der netteren Kritikpunkte zu nennen. Wer nicht zu dieser Armee von scheinheiligen Sittenwächtern gehörte, freute sich im Vorfeld jedoch auf einen interessanten TV-Abend – und sollte nicht enttäuscht werden. Gleich zu Beginn der Sendung beichtete Roche zwar ihr Lampenfieber, doch mit einem äußerst niedlichem Lächeln und ihrer heiteren Art wusste sie dies perfekt zu verbergen. Die von einigen befürchteten oder erhofften Skandale blieben aus. Weder provozierte sie mit sexuellen Anspielungen, noch gab sie sich ihren Gesprächspartner gegenüber in irgendeiner Form dreist oder gar respektlos. Stattdessen zeigte sich Roche, passend zu ihrem geflochtenen Haarkränzchen, oft von ihrer schüchternen Seite. Zukünftig darf es ruhig ein bisschen gewitzter zur Sache gehen – wird es sicherlich auch. Denn Roche ist und bleibt Roche, auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Welch ein Glück…
André Depcke

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Der erste Arbeitstag von Eckhart von Hirschhausen als Talk-Moderator ist am 25. September. Eine kleine erste Kritik folgt.