Die erste Staffel im Jahr 2000 rief noch Scharen von Kritikern auf den Plan. Diese beklagten den Verfall der Menschenrechte, die Zurschaustellung des Privatlebens oder den Untergang des niveauvollen Fernsehprogramms. Heute, zehn Jahre später, juckt es niemanden mehr so wirklich, wenn barbusige Kandidatinnen in Nahaufnahme beim Duschen oder notgeile Container-Liebschaften beim fleißigen Fummeln unter der Bettdecke gezeigt werden. Im Interview mit Moderatorin Aleksandra Bechtel hakten wir daher mal nach.

Was ist „Big Brother“ in Zeiten von ausschweifender Offenlegung des eigenen Privatlebens im Internet und frivolen Plattformen wie „Youporn“ eigentlich noch wert?
Wenn man sieht, was sich im Internet teilweise für Abgründe auftun, finde ich „Big Brother“ im Vergleich erfrischend normal und unterhaltsam.

Geht es bei dem Projekt weiterhin um das Ausloten der eigenen Grenzen oder steht mittlerweile das zur Schau stellen der modellierten Silikonbrüste im Mittelpunkt des Geschehens?
Es geht natürlich weiterhin um das Ausloten der persönlichen Grenzen. Im Haus wohnen ganz verschiedene Persönlichkeiten mit den unterschiedlichsten Berufen.

Warum scheint es neuerdings vornehmlich Erotikdarstellerinnen, Stripper oder Gogo-Girls in den TV-Container zu ziehen? Wo sind die Lebenskünstler von einst abgeblieben?
„Big Brother“ zeigt das reale Leben. Und wir zeigen eben all das, was das Leben ausmacht. Bei den Kandidaten macht’s die Mischung und die aktuellen Quoten von „Big Brother“ sprechen für sich. Dass überproportional viele Kandidaten aus dem Erotikmilieu bei „BB“ dabei sind, kann ich nicht bestätigen. Vielleicht wird dieser Eindruck durch die Berichterstattung in den Boulevardmedien erweckt.

Zur Qual der Wahl: Wen würden Sie eher auf eine einsame Insel mitnehmen: Jürgen oder Zlatko?
Wohl eher Jürgen, weil der es schafft, selbst Kokosnüsse zum Singen zu bringen.

Welche Sendung ist momentan Ihr Highlight im TV?
„Desperate Housewives“, da verpasse ich keine Folge!

Vielen Dank fürs Gespräch.

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