In seiner charmant-liebenswerten Comedyserie ist Bastian Pastewka der moppelige, TV-süchtige Antiheld, dem nichts gelingen will. Der Comedy-Star von nebenan, der vom Star-Dasein und bewundert werden jedoch so weit entfernt ist, wie Kollege Hugo Egon Balder von neuen, lustigen Witzen. Sein Bruder Hagen (Matthias Matschke), seine Nichte Kim (Cristina do Rego) und vor allem seine Nachbarin Frau Bruck (Bettina Lamprecht) rauben ihm stets den letzten Nerv. Doch auch Pastewka selbst eckt mit seinen zahlreichen Eigenheiten und Macken nicht nur bei seiner Freundin Anne (Sonsee Neu) an.

Doch was macht diese auf den ersten Blick recht unspektakulären Alltagsgeschichten so besonders? Zum einen ist es die grandiose Leistung des festen Ensembles, das ihren kauzigen Figuren jederzeit Authentizität einhaucht. Allen voran natürlich Bastian Pastewka, der schon in „Ohne Worte“ seine einzigartige Mimik unter Beweis stellte. Dann sind da diese wunderbar absurden Geschichten, die stets harmlos beginnen und sich im Laufe der Folge zu einer Katastrophe hochschaukeln. So wird ein arabischer Mann mit schwarzer Plastiktüte am Flughafen für Pastewka schnell zum potentiellen Attentäter – und der Flughafen am Ende von der Anti-Terror-Einheit gestürmt. Wer dabei jedoch an Krawall-Gags denkt, liegt falsch. „Pastewka“ besticht vielmehr durch leisen, dezenten Humor und ausgefeilte Dialoge. Abgerundet wird die mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Comedyserie durch eine Vielzahl von unterhaltsamen prominenten Gastauftritten von beispielsweise Ingolf Lück oder dem wunderbaren Michael Kessler.
André Depcke

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