So erfährt der geneigte Wendler-Jünger beispielsweise, dass sein Idol Hemden stets in schwarz oder in weiß trägt, seine dunkelblauen Jeans immer im 10er-Pack kauft – beziehungsweise von seiner Frau Claudia kaufen lässt – und ein abgebranntes Pferdegestüt in sein persönliches Märchenschloss umbauen will. Den Tümpel auf dem Gelände würde der Wendler am liebsten auf Yachthafengröße ausheben lassen. Und im Stall möchte er, geht es nach seinem lang gehegten Traum, mindestens einhundert Pferde stehen haben. Grandios! Doch es wird noch besser: Vor seinen Auftritten dreht der Wendler gerne mal seine Musikanlage im Auto bis zum Anschlag auf – mit seinen eigenen Songs versteht sich. Man will sich ja ordentlich in Stimmung bringen. Und im neuen Musik-Video zu „Nina – Reloaded“ knutscht er eine schöne, unbekannte Blondine – so sieht es das von ihm selbstverfasste „Drehbuch“ schließlich vor. Keine gute Idee ist es jedoch, seine Frau erst im Nachhinein nach ihrer Meinung zu fragen.

„Der Wendler-Clan“-Trailer

Für ein großes Medienecho nach der ersten Folge sorgte das Aufeinandertreffen vom Wendler und Big-Brother-Jürgen nach einem Konzert in Bottrop. Moderator Jürgen fragte doch glatt: „Bist du heute zu diesem Auftritt mit dem Helikopter, mit dem Privatjet, mit dem Lamborghini oder dem 600er Mercedes gekommen?“ Der Wendler, sonst bekanntlich die Coolness in Person, stammelte nach einer gefühlten Ewigkeit lediglich: „Mit dir“. Anschließend echauffierte er sich backstage, während er seinen Schweiß mit dem Handtuch von Kopf und Brust(haar) tupfte, über den Vorfall. „Das ist unterste Schublade. Da soll beim Publikum ein negatives Gefühl erzeugt werden. Da müssen einige Künstlerkollegen noch viel lernen.“ Jürgen ließ sich natürlich nicht lange bitten und konterte via BILD-Zeitung: „Der Wendler leidet unter Minderwertigkeitskomplexen und wahrscheinlich einem kleinen Penis.“ Einiges los also im „Möchtegern-Dallas am Niederrhein“, wie es DIE WELT passend umschrieb. Für schmerzfreie Trash-TV-Fans und bedingungslose Wendler-Anhänger ist „Der Wendler-Clan“ demnach eine durchaus unterhaltsame Sache – irgendwie. André Depcke