Der neue Film der Coen-Brüder („Burn After Reading“) spielt Ende der 60er Jahre in einem Provinz-Vorort irgendwo im Mittleren Westen – einer Gegend, die die Coens selbst noch bestens aus ihrer Jugend kennen. Ähnlich lakonisch wie schon „Fargo“ und besetzt mit fast unbekannten Schauspielern aus der Region, erzählt der Film von Larry Gopnik, einem ganz normalen, anständigen, kleinen Professor, der ein geregeltes Leben führt – bis plötzlich alles aus den Fugen gerät: seine Kinder drehen durch, die Frau haut ab, sein verrückter Bruder kommt zu Besuch, es gibt Stress im Büro und mit seiner Gesundheit ist es auch nicht zum Besten bestellt. Wie die Coen-Brüder das Leben des armen Kerls, der vergeblich Trost und Rat bei seinen Rabbis sucht, auseinander nehmen, das ist schwarzer jüdischer Humor vom Feinsten.
Michael Schömburg

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