Zum einen der 60. der Berlinale und zum anderen 40 Jahre Internationales Forum des Jungen Films. Außerdem wird seit 55 Jahren bereits auch in der Kurzfilmreihe ein Goldener Bär verliehen.

Den Begründern des Forums, Erika und Ulrich Gregor, wird in diesem Jahr eine Berlinale-Kamera überreicht. Außerdem wird der japanische Regisseur Yoji Yamada, dessen Filmografie bereits mehr als 80 Werke listet und der bereits sechs Mal Gast bei der Berlinale war, mit einer Kamera geehrt. Auch die Berliner Gießerei Noack, die bereits seit dem späten 19. Jahrhundert existiert und seit den ersten Filmfestspielen 1951 die Goldenen und Silbernen Bären herstellt, wird mit einer Berlinale-Kamera ausgezeichnet.

Natürlich wird im Jubiläumsjahr auch zurückgeschaut: In der Retrospektive werden Marksteine der Festivalgeschichte gezeigt, Filme, die auch die Geschichte des Kinos verändert haben. Auch die Kurzfilmreihe wird ein kleines Special bereithalten. Zum ersten Mal, erklärt Rainer Rother, der Leiter der Retrospektive, leiste sich die Berlinale gleich zwei Hommage-Gäste: 20 Jahre nach dem Mauerfall würden nun mit Hanna Schygulla und Wolfgang Kohlhaase zwei Persönlichkeiten gewürdigt, die „in Ost und West für eine bestimmte Periode stehen“. Mit „Berlin, Ecke Schönhauser“ begann 1957 in der DDR die Karriere des bis heute viel beschäftigten Drehbuchautors Kohlhaase, der einstige Fassbinder-Star Hanna Schygulla wird heute auch von Regisseuren wie Fatih Akin verehrt und besetzt.

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Die, wie es Panorama-Leiter Wieland Speck ausdrückt, „Dysfunktionalität der Familie“ ist eines der tragenden Themen der diesjährigen Berlinale, die aber auch ihrer Tradition treu bleibt, hochbrisante politische Themen offen anzusprechen. Sei es durch Beiträge zu den Wahlen im Iran oder zum israelisch-palästinensischen Konflikt.

Und wieder wird das rote Festival ein wenig grüner: Aus recycelten Berlinale- und anderen Film-Billboards, alten DVDs und weiteren Filmmaterialen wird derzeit nach Ideen der koreanisch-amerikanischen Künstlerin Christina Kim in Berlin-Marzahn ein 300 Quadratmeter großer Vorhang genäht, der vom 12. bis zum 15. Februar am Brandenburger Tor hängen wird. Hier wird er am 12. Februar gelüftet, um bei freiem Eintritt die zweite Weltpremiere von Fritz Langs berühmtestem Filmklassiker „Metropolis“ live aus dem Friedrichstadtpalast zu übertragen. Nach dem sensationellen Fund von 25 Minuten verlorenen geglaubtem Filmmaterial 2008 in Buenes Aires kann dieser grandiose Film nun neu kennengelernt werden.

Während das eigentliche Filmprogramm Vergangenheit und Gegenwart rezipiert, wird beim European Film Market, dem Treffen der internationalen Filmindustrie, schon die Zukunft des Kinos prognostiziert: „Man wusste, dass ,Avatar‘ eine Revolution wird“, so Market-Chefin Beki Probst, die während der Pressekonferenz verriet, dass 3D-Filme das Special auf der riesigen Verkaufs- und Treffbörse sein werden.

Neu ist: „Berlinale goes Kiez“: Ein fliegender roter Teppich wird für jeweils einen Abend vor zehn besonderen Arthouse-Kinos der Stadt ausgelegt werden, Stars und Filmteams werden dann etwas vom Glamour vom Potsdamer Platz mit in kleinen Kiez-Kinos bringen. Karen Grunow