Schmerz ist nicht das Ziel. Aber er gehört dazu, wenn sich wie beim Konzert der Hardcore-Band Have Heart die harten Jungs in der ersten Reihe stapeln. Wenn sie mit den Fäusten rudern, den Füßen aufstampfen und Texte mitgrollen, die so gar nicht zu diesem Bild passen wollen. Texte gegen Drogen, Alkohol, Tabak und Sex mit häufig wechselnden Partnern. Mit Konzertszenen und vielen Interviews zeichnet der Dokumentarfilm „Edge – Perspectives On Drug Free Culture“ die Entwicklung der Straight-Edge-Bewegung von ihren Wurzeln im Punk bis zur Gegenwart nach. Zu Wort kommen amerikanische Szene-Protagonisten wie Minor-Threat-Sänger Ian MacKaye. Sein Song „Straight Edge“ aus dem Jahr 1982 inspiriert bis heute radikale Abstinenzler, die aus den unterschiedlichsten Gründen nach diesem Kodex leben. Mit ihrer Doku ist den Machern Marc Pierschel und Michael Kirchner ein interessantes Erklärstück gelungen, das Straight Edge seltsam selbstverständlich wirken lässt. skö