Christina Hawthorne (Jada Pinkett Smith, Gattin von Will Smith) ist Oberkrankenschwester im Richmond Trinity Hospital in Virginia. Der Tod ihres Ehemannes liegt zwar bereits ein Jahr zurück, ist aber noch lange nicht überwunden. Mit ihrer aufmüpfigen Tochter hat sie genauso alle Hände voll zu tun, wie in ihrem Job. Da wäre zum Beispiel der gute Freund ihres Gatten, der an Krebs leidet und sich zu Beginn der Pilotfolge vom Dach des Krankenhauses stürzt, jedoch schwer verletzt überlebt. Zum anderen ist da der Twist mit den Halbgöttern in Weiß, die die eigene Schlampigkeit gerne mal auf die Pflegerschaft abzuwälzen versuchen. Aber nicht mit Hawthorne. Dass ihr der charmante Dr. Wakefield wohlgesonnen ist, ist da natürlich von Vorteil.

Video-Tipp: „Hawthorne“-Sneak Peek zur Pilotfolge (Englisch)

„Hawthorne“ ist unterm Strich eine seichte Krankenhausserie, die sich vor allem auf die Hauptfigur mit all ihren Problemen, jedoch auch all ihren vermeintlichen Stärken fokussiert. Jada Pinkett Smith ist die perfekte Besetzung der taffen, alleinerziehenden Witwe. Stets wird versucht, große Gefühle zu erzeugen, was jedoch nicht immer gelingt – oft herrscht schlicht zuviel Pathos. Der Humor bleibt zudem leider häufig auf der Strecke und wird in erster Linie von den Nebencharakteren der Serie (der smarte Pfleger Ray Stein oder die noch viel smartere Krankenschwester Bobby Jackson) übernommen. Freunde konventioneller Krankenhausserien sei „Hawthorne“ dennoch empfohlen. Wer hingegen auf sarkastische Narzisten wie „Dr. House“ oder höchst amüsantes Chaos à la „Scrubs“ steht, ist hier an der falschen Adresse.
André Depcke