Doch schon nach der ersten Folge wird klar, hier geht es weniger um den selbstfinderischen „Back to Nature“-Gedanken (wie beispielsweise einst im „Schwarzwaldhaus“ der ARD), als vielmehr um das peinliche Vorführen sonderbarer Charaktere. Die Ex-Pornodarstellerin Elke wird gleich am ersten Tag mit der esoterischen Heilerin Cornelia handgreiflich, der narzistische Pilot René hat es auf das barbusige Model Ivana abgesehen und das 34-jährige Muttersöhnchen Marko träumt währenddessen von seiner ersten potentiellen Freundin – der 20-jährigen Abiturientin Sally. Getoppt wird das nur noch vom „kernigen Metzger Jens“. Der prahlte erst, er könne seine Bedürfnisse gen null schrauben und brauche nichts, um dann nach einem Tag wegen der Mücken und der zu engen Betten die Flucht zu ergreifen.

„Die Farm“-Trailer:

Auch der Ekelfaktor darf natürlich nicht zu kurz kommen. So müssen die Kandidaten nicht nur das Plumpsklo selber leeren, sondern auch ihr Essen in Form von Schweinen oder Hühnern selber schlachten. Wer die Farm verlassen muss, wird per Duell entschieden. Zudem gibt es eine Wochenaufgabe zu meistern, die vom Senior Farmer Hartmut übermittelt und abgenommen wird. Bei Erfolg winkt eine Belohnung. Für Fans der Freakshow „Bauer sucht Frau“ oder den nicht minder pseudo-„Leben wie vor 100 Jahren“-Shows „Die Alm“ oder „Das Dschungelcamp“ dürfte „Die Farm“ unterhaltsame Wochen versprechen. Alle anderen sollten dann doch lieber einfach in der „modernen Welt“ bleiben.
André Depcke