HIPHOP

Style: Ganz klare Rollenverteilung. Der Mann hat die Accessoires-Kiste geplündert und steht mit Hut und Bling-Bling-Kettchen auf dem Dancefloor. Auch wenn Baggy Pants kein Muss mehr sind: immer schön lässig kleiden. Sie trägt am besten nichts – falls doch, muss es eng um Hüfte und Brust sein. So wie bei Jenny, die verrät: „High Heels können gar nicht hoch genug sein.“

Moves: Das klassische „Sandwich“ wird wohl nie aus der Mode kommen. Zwei Jungs klemmen sich eine Braut zwischen die Lenden und führen sie aufs Parkett. Für alle gilt: tief in die Knie gehen, Arsch raus, Brust auch und beste Grüße vom Wackeldackel.

Codes: Ein Vorspiel auf der Tanzfläche. Die Hintern kreisen wie die Geier um die Beute. In der HipHop-Nacht muss keiner alleine nach Hause gehen. Mut am Tresen abholen und richtig ran! Dann klappt es auch mit der Tanznachbarin.

Auf der nächsten Seite: ELECTRO


ELECTRO

Style: Unisex. Die Röhrenjeans hat man den Indie-Kollegen abgeguckt, dazu ein bunter Schal aus leichtem Stoff. An den Füßen: Sneakers und Ballerinas. Mit Absätzen hüpft es sich schlecht. Armbänder vom vergangenen Festivalsommer und Label-T-Shirts demonstrieren die enge Verbundenheit mit DJ und Sound.

Moves: Euphorisch. Hüpfen, mit den Fäusten den Beat in die Luft schlagen, auch mal aufheulen und klatschen. Alles schön eng, ein Electro-Fan braucht nicht viel Platz zum Tanzen. Dabei sind die Augen auf den DJ gerichtet, um keine Bridge zu verpassen.

Codes: „Einfach fallen lassen, dann fängt dich einer auf, und du kannst ihm tief in die Augen schauen“, sagt Melanie mit der bunten Hutfeder. Und Björn neben ihr brüllt: „Die Musik ist eh zu laut, um einen guten Spruch zu bringen.“

Auf der nächsten Seite: INDIE


INDIE

Style: Ganz wichtig. Er trägt bevorzugt Skinny Jeans mit zu kurzen Beinen, spitze Brogues und tiefere Ausschnitte als die Damenwelt. Als Frisur läuft der Undercut sehr gut. Sie greift zu Leggings oder Treggings, zu Etui-Rock, Kleid oder T-Shirt und zu Budapestern oder Ballerinas. Leinenbeutel geht bei beiden.

Moves: Dezentes Mitwippen oder Steppen, aber immer nur so, dass man dabei noch sein Bier trinken kann. Erst wenn der DJ den Lieblingssong auflegt, bewegt sich auch der Oberkörper mit, kommen Ruder- und Fliegbewegungen dazu. Die Augen schließen oder den Blick zum Boden wenden. Textsicher singen Indies gern mal inbrünstig mit. Gut dosiert. Dazu hält man kurz inne. Beinarbeit ist nur in wirklichen Ekstasesituationen mehr als ein Kniezucken.

Codes: Männer ziehen sich entweder auf den Beobachterposten zurück oder werfen sich mit vollem Elan ins Tanzgewühl. Dort machen lässige Späße immer was her. Frauen verlassen ihr Rudel und machen die Flanken frei zum Antanzen. Hände in den Haaren und ausgelassenes Singen sind deutliche Signale. In den richtigen Momenten stürzen sich beide voll in die Musik. „Zusammen wild zu tanzen ist schon die halbe Miete“, verrät uns Indiegirl Isa kichernd „der Rest muss an der Bar geregelt werden. Oder später auf einer Couch.“

Auf der nächsten Seite: RAVE


RAVE

Style: Warum tragen Raver eine Sonnenbrille? Weil die Hosen – besser Höschen – in Neonfarben blenden. Und die sind so unverzichtbar wie die Leuchtstäbe. Sonst ist viel Haut ein Muss. Die Piercings an erogenen Stellen wie Zunge und Brustwarze soll ja jeder sehen.

Moves: Zickzack mit Händen, Beinen, Armen, Kopf und Oberkörper. Jumpstyle oder Shuffle. Da die Beats mörderisch schnell sind, wird das Seitenstechen mit kurzen Pantomime-Bewegungen erdrückt. Zur akustischen Untermalung wird geschrien, was die Kehle hergibt. Hier erobern die Herren meist als Erste die Tanzfläche und wärmen sich mit schnellen Vor- und Rückwärtsläufen auf. Die Mädels trinken solange Wodka-Energie. Erst mal richtig in Stimmung kommen.

Codes: Geheimzeichen sind überflüssig, jede Scheu wird ohnehin an der Garderobe abgegeben. „Mir hat mal einer auf der Tanzfläche die Zunge in den Hals geschoben“, berichtet Janine, „das fand ich sehr geil!“ Beim Rave geht es direkt zur Sache. Nicht ohne Grund hängen in großen Clubs Kondomautomaten neben den Zigarettenkästen. Small Talk findet auf der Tanzfläche durch Körpersprache statt. Dabei reicht ein flüchtiger Augenkontakt, um sich zu verständigen. Dass hier alle willig sind, steht nicht zur Debatte.

Auf der nächsten Seite: METAL


METAL

Style: Durch und durch Schwarz, Silber ist ausnahmsweise auch erlaubt. Band- und Festival-T-Shirts kommen immer gut, je älter, desto besser. Nur das „Wacken“-Shirt sollte aktuell sein, denn das ist die alljährliche Pflichtveranstaltung für Metal-Fans.

Moves: Irrtum – die Teufelshörner, die gereckten Fäuste mit ausgestrecktem Zeige- und kleinem Finger, gehören in den Moshpit, aber nicht auf dieTanzfläche. Das Klischee „Schüttel dein Haar für mich, Baby“ ist hingegen korrekt. Und wenn die Haare fliegen, darf man schon mal die Augen schließen. Beim Hardcore werden sogar die Arme hinter dem Rücken verschränkt. Getanzt wird archaisch und brachial. Moshen, Bangen, Pogen, dabei fliegen die Glieder und der Kopf nach hinten und nach vorn.

Codes: Eines muss gesagt sein: Metaller sind tüchtig schüchtern, nur stark mit ihrem Popeye-Spinat-Bier oder Jägermeister, immer lustig und meist die liebsten Menschen der Welt. Sie hören zwar Musik über Satan, Blut und Tod, sind aber im Grunde braver als das Sandmännchen. Eine Kontaktaufnahme mit dem anderen Geschlecht wird selten angepeilt. Es geht ums Imponieren und Kammaufstellen, nicht ums Flirten. Metal-Mädchen über Metal- Jungen: „Sie treten im Rudel auf und trauen sich nicht, dir mehr als eine Sekunde in die Augen zu schauen. Angetanzt wird man eher selten, da die meisten Jungs in Gruppen zusammen headbangen!“ Die Mädels versuchen in der Regel, durch textsicheres Grölen der Lieder aufzufallen. Komm, klappt schon!