Elf Filme sind in diesem Jahr ausgewählt worden, die in den vergangenen Monaten an den hiesigen Filmhochschulen entstanden sind. Kuratiert hat das Programm erstmals Linda Söffker, die von der Auswahl schwärmt, es seien Arbeiten von Filmemachern, die „das zukünftige Kino mitgestalten, aber auch Alternativen zu herkömmlichen Sehgewohnheiten“ bieten können.
Dass auch die vermeintlich kleinen und doch immer wieder so großen Geschichten zartfühlend erzählt werden können, beweist unter anderem Lothar Herzog mit „Weisst Du eigentlich, dass ganz viele Blumen blühen im Park“. Eigentlich wollte Lena nur mit ihrem Freund zusammensein und zog für ihn in die Tristesse Brandenburgs. Nun ist er fast immer auf Montage und auch anderen Gelegenheiten nicht abgeneigt. Eine ganz andere Geschichte der Liebe schildert Jasin Challah in „Kamakia – die Helden der Insel“. Kostas reist nach Griechenland, um dort die in den 70er und 80er Jahren berühmten griechischen Liebhaber nordeuropäischer Touristinnen ausfindig zu machen. Der wohl witzigste Beitrag der Perspektive.
Faszinierend ist die Doku „Kampf der Königinnen“ über ein besucherstarkes Kuhkampf-Spektakel in den Schweizer Alpen. Im positivsten Sinne hin- und hergerissen ist man als Zuschauer bei „Vaterlandsverräter“, einer Dokumentation über den DDR-Schriftsteller Paul Gratzig, der mehr als 20 Jahre lang seine engsten Freunde bespitzelte. Der Film lebt von der Offenheit des Protagonisten, den eine lange Freundschaft mit der Filmerin Annekatrin Hendel verbindet. Eröffnet wird die Perspektive Deutsches Kino mit der Doku „Utopia Ltd.“ von Sandra Trostel. Fast drei Jahre lang begleitete sie die drei Jungs der Hamburger Punkband „1000Robota“, schildert die Popularität, die Träume, das Ankommen in der Realität. Heiß erwartet: Das Regiedebüt der Comiczeichnerin Ziska Riemann. Das Drehbuch zu der Freundschaft zweier ungewöhnlicher Teenager lieferte Luci van Org. Toll sind die Darstellerinnen Jella Haase und vor allem Sarah Horváth, die eben erst als beste Nachwuchsdarstellerin mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet wurde.
Als Gastbeitrag eingeladen wurde außerdem „Stuttgart 21 – Denk mal!“.