Bereits mit „SSDSGPS (Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star)“ und „SSDSDSSWEMUGABRTLAD (Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte und gerne auch bei RTL auftreten darf)“ stellte Raab sein Händchen für erstaunlich niveauvolle Musiker unter Beweis. Max Mutzke wurde 2005 zum Liebling der Nation und holte immerhin Platz acht beim „Eurovision Song Contest“ im türkischen Istanbul. Zwei Jahre später ging Stefanie Heinzmann als Siegerin hervor – mittlerweile ECHO- und Comet-Gewinnerin. Gepaart mit seiner Erfahrung hinsichtlich des „Eurovision Song Contest“ – Platz sieben als Produzent von Guildo Horn, Platz fünf mit „Wadde hadde dudde da?“ und besagter achter Platz als Prozuzent von Max Mutzke – ist er damit der ideale Mann für den nationalen Vorentscheid.

Video-Tipp: Lena Meyer-Landrut – „My Same“

Das sollte sich bereits in der ersten Show zeigen. Die ersten zehn Kandidaten stellten sich dem Publikum, das sich nicht nur einmal begeistert von deren souveränen Darbietungen zeigte. Hier braucht sich niemand zu verbiegen. Auch die beiden Gastjuroren Yvonne Catterfeld und Marius Müller-Westerhagen waren vom Können der fünf weiblichen und fünf männlichen Teilnehmer verzückt. Und auch hier liegt ein wesentlicher Unterschied zu beispielsweise „Deutschland sucht den Superstar“: Wenn ein Westernhagen sein fundiertes Feedback gibt, dann lauscht man als Zuschauer gespannt. Der Mann hat nämlich mehr zu sagen als „Du klingst wie Kermit, wenn man hinten drauftritt“. Favoritin des ersten Castingdurchgangs war die charismatische 18-jährige Lena, die „My Same“ von Adele derart individuell und mitreißend darbot, dass sie ebenso den Weg in die nächste Runde fand, wie vier ihrer Mitstreiter. Alle wie immer musikalisch unterstützt von den großartigen Heavytones, Raabs Studioband.

Video-Tipp: Cyril Krüger – „Hotel California“

Bis zum 12. März dezimiert sich das Teilnehmerfeld peu à peu, bis nur noch „Unser Star für Oslo“ übrig bleibt. Dass der in Norwegen um den Sieg mitsingen wird, mag man bezweifeln. Wenn er jedoch nur eine halb so große Euphorie lostritt, wie Max Mutzke dazumal, dann hat sich die ganze Aktion schon mehr als gelohnt.
André Depcke