In The Food for Love
„Können Pflanzen lieben? Haben Pflanzen Sex? Sind Pflanzen auch Liebesmittel?“, scherzte Berlinale-Chef Dieter Kosslick munter, als er während der großen Berlinale-Pressekonferenz ein paar inhaltliche Stichworte zu den Filmen der Reihe „Kulinarisches Kino“ liefern sollte. Denn in diesem Jahr steht die Filmreihe über das Essen ganz im Zeichen der Liebe – „In the Food for Love“ lautet denn auch das Motto. Da ausgerechnet am Valentinstag die Reihe mit dem Liebesdrama „Sono l’Amore“ eröffnet wird, will Sternekoch Christian Lohse dazu das Publikum mit einer kulinarischen „Liebeserklärung“ verführen. Denn stets werden berühmte Köche die Filme mit ihren Kreationen begleiten.

Dass es dennoch nicht nur um leichte Kost geht, erklärt Kosslick mit Vehemenz: „Wir zeigen Filme, die Appetit machen, aber auch Filme, die den Appetit verderben.“ Denn eingeführt wurde diese besondere Reihe 2007, um aufzuklären über die, wie Kosslick sagt, „katastrophale Lage der Ernährung in der Welt“. Vorgestellt werden Filme, die wie „BANANAS“ die Skrupellosigkeit der Bananenproduktion eines US-Konzerns anprangern. Hannes Jaenicke ist mit einer Dokumentation „Im Einsatz für Haie“. Das Kulinarische Kino ist, trotz der von den Starköchen servierten Schmankerln, so etwas wie das grüne Gewissen des ohnehin auf mehr Umweltschutz drängenden Festivals.
Karen Grunow