Name: Meredith Grey. Beruf: Ärztin. Was haben Fans nicht ihretwegen schon gelitten, gehofft, gefürchtet, gebetet und geflucht. Seit sie sich hochmotiviert in ihr Studium als Assistenzärztin gestürzt hat, flimmern ihre sinnierende Weisheiten über die wankende Beziehung zu McDreamy Sheperd, das zweifelhafte Verhältnis zu ihrer Halbschwester Lexi oder die stetige Sorge um ihre Arztfreunde Christina, Izzy, George und Alex wie ein Dauerrauschen in unseren Köpfen.

Warum? Weil seit Carrie Bradshaw niemand es eindrucksvoller geschafft hat, die Zuschauer an den kleinen und großen Dramen teilhaben zu lassen, die das junge Team im Seattle Grace Hospital durchlebt. Konkurrenzdruck, verbotene Liebe, gescheiterte Familien, verlorene Patienten, aber auch Freundschaften, Hochzeiten und Happy Ends – garniert mit tragischen Zusammenschnitten, Stimmungsaufhellender oder Depressionsauslösender Musik und nicht zuletzt den immer wieder aufkommenden Liebesaffären und -szenen.

Auch in der neuen Staffel rüttelt das Schicksal kräftig an der heilen Weiße-Kittel-Welt von Meredith, die zwar endlich ihren McDreamy geheiratet hat (wenn auch nur auf einem Post-It), aber auf dramatische Weise Abschied nehmen muss, nur von wem? Ist es Izzy, die nach ihrer Krebserkrankung einen Herzstillstand erleidet? Oder George, der schwer verletzt in die Notaufnahme eingeliefert wird, nachdem er von einem Bus angefahren wurde? Auch Dr. Webber gelangt in einen besorgniserregenden Zustand – wenn auch selbstverschuldet.

Die Folge: Das Personalkarussel dreht sich munter weiter. Ärzte gehen, Ärzte kommen. Genauso wie Hochzeiten, Todesfälle und Beziehungsdramen. Also alles wie immer? Ganz sicher nicht. Zwar wird auch in der neuen Staffel wieder bitterlich gelitten, geheult, gestritten und gelacht. Aber so dramatisch und aufwühlend wie die neuen Folgen waren die bisherigen Staffeln selten.
Anja Greszik