Nicht nur für Kinder!
In einem rostigen Kinotruck juckelt Vishnu, der eigentlich für seinen Vater schmieriges, muffelndes Haaröl verkaufen soll, durch indische Ödnis. Ein Junge, ein Mechaniker und eine Frau auf der Suche nach Wasser werden seine Reise zum Meer begleiten und dabei das Leben des bornierten Städters verändern. „Road Movie“, der Eröffnungsfilm des Jugendfilmfestes der Berlinale, ist eine Hommage an die Filmkultur Indiens, ein Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit.

Und beileibe nicht nur ein Film für Jugendliche wie die Festivalsektion Generation suggerieren mag. Die teilt sich in Filme für Kinder und in Produktionen, die auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten sind. 28 Langfilme aus 23 Ländern werden in diesem Jahr präsentiert, überdies konkurrieren 28 Kurzfilme um den Gläsernen Bären. Auch hier gilt, ähnlich wie im Forum: Die Sektion Generation ist ein besonderer Ort für Entdeckungen, etwa Filme der neuseeländischen Maori oder Geschichten über kulturelle Entwurzelungen in früher Kindheit.

In „Neuköln Unlimited“ werden drei Geschwister begleitet, die permanent von der Angst vor Abschiebung bedroht werden. Der fantasievolle Regisseur Spike Jonze hat einen Kurzfilm eingereicht: „I’m here“ ist die verblüffende Love Story zweier Roboter. Das Tolle: Die Tickets kosten nur drei Euro!
Karen Grunow