Was fällt einem ein, wenn man an Leipzig denkt – Auerbachs Keller, Völkerschlachtdenkmal, die Leipziger Messe und die gute Wohnsituation? Zugegeben, der Wohnungsmarkt ist nicht gleich das erste, was einem in den Sinn kommt – aber eins ist sicher, hier lässt sich wunderbar und vor allem günstig wohnen. Mit durchschnittlich 5 Euro pro Quadratmeter sind die Mieten vergleichsweise günstig, obwohl Steigerungen im Hochpreissegment durchaus zu verzeichnen seien, wie Dr. Gregor Hoffmann von der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft berichtet. Auch TV-Maklerin Hanka Rackwitz bestätitigt den Eindruck: „Der Markt wächst kalkulierbar, aber doch schneller als gedacht. Und er verengt sich gerade in den Top-Lagen wie Waldstraßen- oder Musikerviertel.“ Auch Schleußig und die Südvorstadt sind solche Viertel, in denen die Suche schon mal länger dauern kann und nicht ganz konkurrenzlos über die Bühne geht. Anke Matejka vom Leipziger Mieterverein schätzt die Wohnsituation insgesamt aber als positiv ein – vor allem für Wohnungssuchende. Auf die ganze Stadt bezogen, kann man dabei relativ entspannt bleiben. Janine Arnold, Leiterin der Vermietungsabteilung bei alt+kelber weiß, dass dadurch auch die Ansprüche steigen – besonders beliebt seien Singlewohnungen mit Balkon. Ist der nicht vorhanden, wird eben auch mal weiter gesucht. Charakteristisch für Leipzig ist zudem der große Leerstand – problematisch besonders bei Häusern in ungünstiger Lage, bemerkt Katrin Weber, Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des HausHalten e.V.. Deshalb widme sich der Verein gerade diesen Häusern, um sie vor dem Verfall zu bewahren. „Bei den Wächterhäusern geht es in erster Linie darum, Gebäude zu erhalten und für kreative Menschen, die Raum benötigen, nutzbar zu machen.“ Klar, das Dach muss dicht, Wasser und Strom vorhanden sein. Alles was die Innengestaltung betrifft, bleibt den Nutzern selbst überlassen. Auch wenn in den Räumlichkeiten nicht gewohnt wird, zeigt das Beispiel Lindenau, dass solche Konzepte frischen Wind in ganze Stadtteile bringen. Die grüne Nord-Süd-Achse ist seit jeher angesagt – nun wird auch der Westen für die Leipziger attraktiver, denn es geht aufwärts und die Mieten sind noch günstig. Auch Anke Matejka geht davon aus, dass Lindenau sich zu einem der angesagtesten Viertel entwickeln wird.
Und als nächstes wird auch der Osten an die Reihe kommen. Die dichte Bebauung besonders im Hinterhausbereich wird aufgelockert und weicht nach und nach grünen Inseln zum Entspannen. Dr. Hoffmann geht davon aus, dass dort besonders Stadthäuser in den nächsten Jahren an Attraktivität gewinnen werden. „Eine gute Infrastruktur ist besonders wichtig“, sagt er und meint damit nicht nur die öffentlichen Verkehrsmittel, sondern auch Läden, Kitas und Schulen, Bars sowie Freizeitmöglichkeiten und Parkplätze – eben ganz nach den Bedürfnissen der Anwohner. Wenn dann noch die Größe der Wohnungen passt, ist die Situation für viele perfekt.
PRINZ hat sich in den angesagtesten Vierteln mal umgeschaut und verrät, was sie besonders wohnens- und natürlich auch lebenswert macht.