Ne, war das schön, als sich Wayne Carpendale in der ersten Staffel 2006, angeschmachtet von den Schwiegermüttern des Landes an den TV-Bildschirmen, durch den Saal aalte und sich mit weit ausgeschnittenem Hemd den Gesamtsieg sicherte. Ganz zu schweigen von der Eleganz einer Heide Simonis, die derart beweglich übers Parkett schwebte, als trüge sie ein Ganzkörperkorsett. Auch die zweite Staffel hielt Etwas fürs Auge parat. Guildo Horn beispielsweise, der mit Schultornister und Zöpfchen an den Start ging. Oder aber Giovane Elber, von dem man temperamentvolles Samba-Feeling erwartete, dann aber vor allem zu Beginn feststellen musste, dass er scheinbar etwas zu lange in Deutschland lebte.

Amüsant: Horst Schlämmer tanzt in der zweiten Staffel mit Jury-Mitglied Ute Lemper

Doch blicken wir auf das Starterfeld aus diesem Jahr. Da hätten wir:

Arthur Abraham, Boxchampion und gelegentlicher Schlumpfmützenträger

Nina Bott, Soap-Urgestein und Blankzieherin für den Playboy

Mathieu Carrière, ernstzunehmender Schauspieler von einst, Telenovela-Darsteller von jetzt

Brigitte Nielsen, Ex-Frau von Sylvester Stallone, Immer-mal-wieder-Geliebte von Rapper Flavor Flav und irgendwie auch Schauspielerin

Achim Mentzel, Schlager-Gott aus dem Osten und regelmäßiges Opfer in „Kalkofes Mattscheibe“

Hillu Schwetje, Ex-Frau von Ex-Kanzler Schröder und jetzige Zahnarzt-Gattin

Raúl Richter, GZSZ-Beauty und Schwarm vieler Teenies

Sophia Thomalla, hauptberufliche Tochter von Simone Thomalla und Teilzeit-Schauspielerin

Rolf Scheider, der „Rolfe“ aus „Germany’s Next Topmodel“, ein total crazy Typ aus der Modewelt

Sylvie van der Vaart, Spielerfrau und In-der-Mitte-Sitzerin der Jury von „Das Supertalent“

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Der eigentliche Knaller der Show ist diesmal allerdings bei den Preisrichtern zu finden – und heißt Harald Glööckler. Der schrille Modedesigner mit dem etwas sehr sonderbaren Geschmack inspirierte Sacha Baron Cohen zu dessen Kunstfigur Brüno. Getreu seinen Kollektionen, die er regelmäßig bei HSE24 verscherbelt, wird er sicherlich die eine oder andere Tanzdarbietung wirklich ganz „pompöös“ finden. Komplettiert wird das Kampfgericht von Rock’n’Roll-Urgroßvater Peter Kraus, Profitänzerin (und Schwedens leckerstem Export seit Köttbullar) Isabel Edvardsson sowie Joachim Llambi, knallharter Jury-Scharfrichter und einstiger Turniertänzer.

„Let’s Dance“-Trailer zur dritten Staffel

Auf die ab und an tatsächlich recht amüsanten Wortgefechte zwischen Llambi und Moderator Hape Kerkeling müssen die Zuschauer diesmal allerdings verzichten. Hapes Platz an der Seite von RTL-Allzweckwaffe Nazan Eckes nimmt erstmals Daniel Hartwich („Das Supertalent“) ein. Mitnichten ein gleichwertiger Ersatz, aber immerhin darf er sich endlich wieder ohne die narzistische Moderationsmaschine Marco Schreyl beweisen. In diesem Sinne: Möge das Stolpern beginnen.
André Depcke