Menowin Fröhlich gegen Mehrzad Marashi: Es war ein Finale wie im Film – Mann gegen Mann. Gleichzeitig war es das Ende einer langen Zeit aus Castings, Recalls und Mottoshows, durch die sich die Kandidaten Woche für Woche teils erfolgreich, meist jedoch erfolglos kämpften. Oder wie Lothar Matthäus vom Publikum aus verkündete „Das hier ist das Endspiel!“ Am Ende gibt es einen Sieger. Und der ist 29 Jahre alt, kommt aus Hamburg und heißt Mehrzad Marashi.

Für seine zwei selbstgewählten Songs – die romantische Gefühlsbalade „My endless love“ und der Miami-Beach-Bunt-Pop-Song „Fresh“ – erntete er durchweg Lob von der Jury, die zum Finale in ungewohnter Besetzung antrat. Als Folge des Vulkanausbruchs in Island und der damit verbundenen Flugausfälle saß Stamm-Jurorin Nina Eichinger in den USA fest. Als Ersatz vervollständigte eine strahlend schöne Sylvie van der Vaart (aktuell Teilnehmerin von „Let’s Dance“) das Gespann um Pop-Titan Dieter Bohlen und Musikmanager Volker Neumüller.

Stimmlich beurteilte die Jury Mehrzads Auftritte als „absolut gefühlvoll“ und „weltklasse“. Sylvie van der Vaart zeigte offen „Ich mag dich. Und ich mag deine Stimme“ und bat sogleich um Tanzunterricht bei Mehrzad – so beeindruckt war sie von seinem Auftritt. Und auch wenn Dieter Bohlen teilweise Angst in Mehrzads Stimme hörte, so war er sich am Ende sicher: „Das war hammermäßig.“ Klamottentechnisch zeigte Mehrzad sich solidarisch zu seiner Heimat Iran, trat mal entsprechend im grünen Anzug mit Glitzerhut, dann wieder in lockerer Glitzer-Sweatjacke mit Basecap auf. Zunächst noch sehr sicher und selbstbewusst, wirkte Mehrzad gegen Ende der Show zunehmend verunsichert, als die Jury auf mehrfache Nachfragen des Moderators Marco Schreyl nach einem Zwischenfazit Menowin in Führung sah. Eine Fehleinschätzung, wie sich herausstellte.

Der gebürtige Iraner widmete seine Songs seiner Verlobten Denisse, der er in der Sendung am 10. April vor laufender Kamera einen Heiratsantrag gemacht hatte, und beeindruckte Jury und Fans mit gefühlvollen und stimmlich einwandfreien Performances. Die junge Familie (die beiden haben bereits einen Sohn) sei seine größte Inspiration, denen er dank der Show eine sichere finanzielle Zukunft bieten möchte, so Mehrzad. Nun kommt auch noch der DSDS-Titel dazu.

Ob mit romantischen Feuerherzen als Dekoration oder hipper Dancegroup im Nacken: Mehrzad zeigte genau das, was Jury und Fans von ihm erwartet haben: den nahezu perfekten Entertainer. Die Fans wählten ihn per Tele- und SMS-Voting zum Sieger im direkten Final-Vergleich, bei dem beide Kandidaten die aus Bohlens Feder stammende Pop-Ballade „Don’t Believe“ interpretierten. Marco Schreyl, der am Ende die Heidi-Klum-Verzögerungsmedaille verdient hätte für die längste Rede bis zur Ergebnis-Verkündung, gab um 0:16Uhr bekannt: Mit 56,4% der Stimmen ist Mehrzad Marashi der siebte RTL-gecastete Superstar nach Daniel Schumacher, Thomas Godoj, Mark Medlock, Tobias Regner, Elli Erl und Alexander Klaws. Die offizielle Single „Don’t Believe“ ist seit Samstagnacht als Download verfügbar.
Anja Greszik