Verbrennungen und Verbrühungen
Sicher in der Küche: Nahezu alle Brandwunden und Verbrühungen ziehen Kinder sich in der Küche zu, deshalb ist hier höchste Vorsicht geboten. Kleinkinder sollten Sie auf keinen Fall unbeaufsichtigt in der Küche spielen lassen. Den Herd sollten Sie mit einem Gitter sichern, die Drehknöpfe abziehen und heiße Küchengeräte auf der Arbeitsplatte außer Reichweite, ganz nach hinten stellen. Pfannen auf dem Herd sollten mit dem Griff nach hinten gedreht werden, der Backofen mit einem Sicherheitsverschluss versehen sein. Außerdem sollte das Kabel des Wasserkochers nicht von der Arbeitsplatte baumeln.
Erste Hilfe: Hat sich ein Kind verbrüht, muss sofort mit der Kühlung begonnen und bei schweren Brandverletzungen den Notarzt über die Nummer 112 gerufen werden. „Ziehen Sie dem Kind die Kleider aus und kühlen Sie ausschließlich die betroffenen Körperstellen zehn bis fünfzehn Minuten lang mit normal kaltem Leitungswasser und nicht mit Eis“, sagt Dr. Axel Hennenberger. Zu viel oder zu lang anhaltende Kälte kann zu einem Erfrierungstrauma führen. Nach der Kühlung schützt ein sauberes Tuch auf der Wunde vor Infektionen. Völlig ungeeignet ist dagegen ein altes Hausmittel: Schmieren Sie weder Mehl, Butter noch Zahnpasta auf frische Brandwunden. Dies führt dazu, dass sich Brandblasen später nur schwer säubern lassen. Paracetamol ist kein ausreichendes Schmerzmittel bei schweren Verbrennungen. Tiefe Brandwunden sollten in jedem Fall von einem Arzt medikamentös behandelt werden.

Verkehrsunfälle
Sicher auf dem Fahrrad: Kinder dürfen erst mit acht Jahren auf Radwegen und im Straßenverkehr fahren. Vorher müssen sie den Bürgersteig benutzen. Fahrräder und andere Sportgeräte sollten das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) aufweisen. Fahrradhelme der Europäischen Norm (EN 1078) entsprechen und die CEKennzeichnung in der Helmschale tragen. Bremsen müssen regelmäßig nachgezogen und Lampen überprüft werden. Außerdem haben Glasflaschen und spitze Gegenstände im Rucksack des Kindes nichts zu suchen, um die Verletzungsgefahr beim Sturz nicht unnötig zu erhöhen. Und natürlich: Helle und reflektierende Kleidung ist im Straßenverkehr ein Muss. Gute Sichtbarkeit hilft, Unfälle zu vermeiden: Reflektorbänder, zum Beispiel solchen für die Oberarme, die dank Leuchtdioden blinken, sind eine gute Investition. Für Schulranzen gibt es übrigens ebenfalls ansteckbare Blinklichter.
Erste Hilfe: Und wenn es doch gekracht hat? „Bringen Sie das Kind aus der Gefahrenzone, sichern Sie die Unfallstelle ab, und leisten Sie Erste Hilfe“, sagt Dr. Dirk Sommerfeldt. „Wenn das Kind nach dem Unfall sofort von alleine aufsteht, Arme und Beine problemlos bewegen kann und weder über Sehstörungen klagt noch taumelt, ist der Notarzt wahrscheinlich überflüssig.“ Schürfwunden kann man in Ruhe zu Hause unter fließendem Wasser säubern, Fremdkörper und groben Schmutz herausspülen. Danach sollte die Wunde desinfiziert, getrocknet und verbunden werden. Für kleine Kinder gibt es spezielle Desinfektionsmittel, die nicht brennen und Pflaster, die nicht auf der Wunde haften. Zeigt das Kind nach dem Sturz Verhaltensauffälligkeiten, schwankt es beim Laufen, erbricht es oder klagt es über starke Schmerzen, dann sollte umgehend das Krankenhaus oder der Kinderarzt aufgesucht werden. Ist das Kind bewusstlos oder nur schwer erweckbar, muss der Notarzt gerufen werden. „Bei den kleinen Patienten kann man manchmal nur schwer zwischen starker Prellungen, Verstauchungen und Knochenbrüchen unterscheiden. Deshalb ist es sicherer, einen Arzt zu holen, wenn die Verletzung schwerer zu sein scheint und das Kind nachhaltig über Schmerzen klagt“, sagt Dr. Sommerfeldt.

Plötzlicher Kindstod
Sicher im Babybett: Legen Sie Ihr Kind in den ersten zwölf Monaten zum Schlafen auf den Rücken. Babys atmen in Bauchlage flacher, die Rückenlage verringert das Risiko, am Plötzlichen Kindstod zu sterben um das Neunfache. Stellen Sie das Kinderbett im ersten Jahr ins elterliche Schlafzimmer. Der Säugling sollte aber im eigenen Bett schlafen. Im Elternbett könnte er unbemerkt unter die Decke geraten, sich überhitzen und ersticken. Benutzen Sie einen Schlafsack – eine Decke könnte sich das Baby nachts über den Kopf ziehen. Baumwolle ist sehr atmungsaktiv und eignet sich als Schlafsackmaterial besser als Daunen und Polyester. Verzichten Sie auf eine Kopfbedeckung, wenn Ihr Baby bei der empfohlenen Schlafzimmertemperatur von 16 bis 18 Grad schläft. Vor dem Einschlafen gründlich lüften, denn Sauerstoffmangel erschwert das Atmen. In einem Babybett sollte wegen der Gefahr eines Wärmestaus nichts liegen außer dem Kind: keine gepolsterten Bettumrandungen, keine Felle, Kuscheltiere oder Kissen. Selbst maßvoller Zigarettenrauch kommt bei einem Embryo im Mutterleib hochdosiert an. Rund 62 Prozent der Mütter von Kindern, die am Plötzlichen Säuglingstod starben, sind Raucherinnen. In der Schwangerschaft und nach der Geburt sollte in der näheren Umgebung eines Kindes nicht geraucht werden. Stillen Sie Ihr Baby nach Möglichkeit mindestens die ersten sechs Monate. Die Hälfte der Kinder, die am Plötzlichen Säuglingstod starben, wurde Studien zufolge kürzer als zwei Wochen gestillt.
Silia Wiebe