PRINZ: Pac-Man, kürzlich haben Sie Ihren 30. Geburstag gefeiert. Zeigen sich bereits die ersten Alterserscheinungen?
Pac-Man: Meine Altersgenossen klagen ja häufig über Haarausfall und Kugelbauch. Beides Probleme, mit denen ich mich schon seit meiner Geburt herumschlage. Insofern hat sich kaum etwas verändert. Ich ziehe nur nicht mehr so oft mit den Geistern durchs Labyrinth wie früher.

PRINZ:Wer hat Ihnen das beste Geschenk gemacht?
Pac-Man: Miss Pac-Man und die Geister haben mir einen Früchtekorb geschenkt. Völlig einfallslos. Aber Google hat mir ein Spielfeld in Form seines Logos gewidmet. Es war das erste so genannte Google Doodle, mit dem man interagieren konnte. Und auch das erste, das zwei Tage hintereinander online war. Das ehrt mich natürlich. Vor allem, weil die Leute laut eines US-Blogs Arbeitszeit im Wert von rund 120 Millionen mit dem Spiel verdaddelt haben. Ansonsten nerven mich diese ganzen neuen Medien eher.

PRINZ: Wieso das?
Pac-Man: Wegen der Emoticons. Die sind ja überall: in Kurznachrichten, Chaträumen, E-Mails und sozialen Netzwerken. Ständig werde ich mit diesen gefühlsduseligen Smiley-Fratzen verwechselt. Nun ja, früher, als ich noch zweidimensional und augenlos war, hatte ich es auch nicht leicht. Da sah ich im Profil aus wie ein Kuchendiagramm, auf dem die FDP 80 bis 100 Prozent der Stimmen erhalten hat. Gar nicht schön.

Sascha König