Wälder aus Strommasten wachsen auf öden Feldern. Häuser sehen aus wie adrett gestapelte Bauklötze, und am Horizont qualmen Fabrikschlote. Die Sonne scheint selten über Durham County/Ontario, und schon der Vorspann dieser ebenso düsteren wie packenden kanadischen Serie macht klar: Hier passiert Böses. In einem Wald vergewaltigt und erschlägt ein Mann gleich zu Beginn zwei Mädchen – unter den begehrlichen Blicken eines heimlichen Beobachters. Wer die Männer sind, wird rasch verraten, und auch Polizist Mike, der mit seiner Familie in eins der Bauklotz-Häuser zieht, hat bald einen Verdacht. Denn Mörder und andere Missetäter wohnen nebenan, jeder Nachbar hat ein finsteres Geheimnis. Leise, bedrohlich und oft mit surrealen Schockmomenten seziert die Geschichte die teils verstörten, teils kranken Psychen der Kleinstadtbewohner. Hier sterben Polizisten nicht nur durch Kugeln, sondern auch an Aids; Mikes Frau hat Krebs, seine Tochter stellt in ihrem Puppenhaus Morde nach, und Mike selbst verstrickt sich in ein unheimliches Duell mit seinem mörderischen Nachbarn. Eisig monochrome Bilder illustrieren latentes Unbehagen und handfestes Grauen, und man wunderte sich nicht, wenn David Lynch hier Bürgermeister wäre. Und Twin Peaks läge gleich die Straße rauf.