Das Blitzdings

WAS WIR DAVON HÄTTEN:
Das Vorstellungsgespräch ist dumm gelaufen? Kein Grund zur Sorge, wenn man den Neuralizer, auch Blitzdings genannt, aus „Men In Black“ hat: Die Agents Jay und Kay löschen damit die Erinnerungen derjenigen aus, die ungewollt Zeuge einer unschönen Szene mit Außerirdischen geworden sind. Entsprechend könnte man den künftigen Chef auch die dämlichen Antworten, die man gerade gegeben hat, vergessen lassen. An sich selbst angewandt, wäre es eine perfekte Möglichkeit, Gesetzesübertretungen oder Seitensprünge geheim zu halten. Was man nicht weiß, plaudert man schließlich auch nicht versehentlich aus.

WARUM DARAUS NICHTS WIRD:
Gehirnzellen sind tatsächlich lichtempfindlich. Es wäre also vorstellbar, dass man, nachdem man noch einige Jahrzehnte daran geforscht hat, durch Licht bestimmte Aktivitäten des Gehirns beeinflussen oder Zellen, die bestimmte Erinnerungen speichern, abtöten könnte. Allerdings reicht es nicht aus, der betreffenden Person mit einem Blitze absondernden Etwas vor den Augen herumzufuchteln: Man müsste das Licht direkt ans Gehirn bringen, also ins Innere des Schädels. Womit sich dann leider die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel stellt – und auch sehr schnell wieder beantwortet ist.

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Das Hoverboard

WARUM DARAUS NICHTS WIRD
Im Film ist erkennbar, wie sich das Hoverboard in der Luft hält: Durch an der Unterseite angebrachte Elektromagneten. Die halten das Brett stets etwa 20 Zentimeter über dem Boden. Komischerweise schaffen sie das nicht nur über Metall, sondern über jedem Untergrund. Wo die Energie herkommt, die das Board vorwärtsbewegt, bleibt ein Geheimnis. Die beiden Düsen am hinteren Ende dürften kaum von zwei Batterien gespeist werden. Immerhin: Der französische Künstler Nils Guadagnin hat es vor zwei Jahren geschafft, ein Board zu bauen, das durch ein elektromagnetisches Feld selbstständig ein paar Zentimeter über einer Unterlage schwebt – solange sich niemand daraufstellt.

WAS WIR DAVON HÄTTEN
Die drei Filme der „Zurück in die Zukunft“-Reihe sind randvoll mit beeindruckenden technischen Spielereien. Allerdings nehmen sich die Zeitmaschine, die sich selbst zubindenden Schuhe und der Gassi-Roboter gegen das Hoverboard wie Firlefanz aus. Wenn Michael J. Fox alias Marty McFly auf sein schwebendes Skateboard hüpft und durch die Gegend braust, sieht das dermaßen cool aus, dass man sich eine Zukunft ohne solch ein Fortbewegungsmittel kaum noch vorstellen mag – und sei es nur, damit diese Leute auf ihren Segways endlich merken, wie dämlich sie darauf wirken, während man mit einem gekonnten Überholmanöver an ihnen vorbeizieht.

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Das Lichtschwert

WAS WIR DAVON HÄTTEN
Es muss ja nicht gleich darum gehen, den Missetätern eines Schindluder treibenden Imperiums den Garaus zu machen, wie man es in den sechs Filmen der „Star Wars“-Reihe oft genug sehen konnte. So ein richtiges Laserschwert wäre sicher auch bei der Apfelernte, beim Holzhacken oder der Abwehr leinenloser Kampfhunde ungemein hilfreich. Außerdem kann, so hat uns eine denkwürdige Kampfszene aus „Angriff der Klonkrieger“ gelehrt, selbst ein hutzeliger Zwerg wie Meister Yoda seinen Gehstock wegwerfen und sich bewegen wie Jackie Chan, sobald er die Jedi-Wunderwaffe in seinen Händen hält.

WARUM DARAUS NICHTS WIRD
Einen Laser in einen handlichen Griff einzubauen ist schon seit Jahrzehnten kein Problem mehr. Allerdings bleibt ein Geheimnis, wie man den Strahl dazu bringt, erstens an der klaren Luft sichtbar zu sein und zweitens nach etwas mehr als einem Meter einfach abzubrechen. Auch mit der Verwendung von Lasern als Waffe ist es nicht besonders weit her: Das US-Militär hat nach über zehnjähriger Forschung den Versuch erfolglos abgebrochen, ein auf Lasertechnik basierendes Abwehrsystem für Raketen zu entwickeln. Die Kanonen waren zu groß, zu gefährlich, zu wenig effektiv und zu teuer.

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Der Transporter

WARUM DARAUS NICHTS WIRD
Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Niemand, der heute lebt, wird je in den Genuss dieser Technologie kommen. Der Stand der Technik ist: Es ist Forschern gelungen, ein einzelnes Atom über eine Entfernung von einem hundertstel Millimeter zu „beamen“. Das eigentliche Problem mit der Transporter-Technologie ist aber ein ethisches: Würde man eine Person in Molekularform transportieren, müsste man sie quasi zerbröseln, sprich: töten. Der Mensch, der am anderen Ende des Transportweges entstünde, wäre eine exakte Kopie mit den gleichen Erinnerungen, aber dennoch eine andere Person. Und wer will schon ständig draufgehen?

WAS WIR DAVON HÄTTEN
Treibhauseffekt, Erderwärmung, Klimawandel – keinen Gedanken müssten wir an diese Dinge verschwenden, wenn wir auch einen Scotty hätten, der uns wegbeamen könnte. Wir bräuchten keine Autos und keine Flugzeuge. Wir würden uns auf eine Plattform stellen, uns in Moleküle zerlegen und anderswo wieder zusammensetzen lassen. Städte wären grüne Oasen ohne Lärm, Dreck und Abgase. Und vor dem Münchner P1 könnten wir diesem Dialog lauschen. Er: „Lass uns heute in den Cameo Club gehen.“ Sie: „Ich weiß nicht. Diese Party-Mädels von Miami Beach mit ihren künstlichen Titten nerven mich immer so.“

Auf der nächsten Seite: Manch anregende Fantasie-Erfindungen aus Hollywoodfilmen gibt es mittlerweile tatsächlich. Zumindest fast.

Nicht verzagen: Manch anregende Fantasie-Erfindungen aus Hollywoodfilmen gibt es mittlerweile tatsächlich. Zumindest fast.


Fliegende Autos
Ziemlich cool ist das fliegende Taxi von Bruce Willis aus „Das fünfte Element“. Das Milner AirCar erinnert zwar eher an ein Flugzeug als an ein Auto, kann aber dank zusammenklappbarer Flügel auch auf öffentlichen Straßen fahren. In der Luft erreicht es stolze 320 Kilometer pro Stunde. milnermotors.com/aircar.htm

Jetpacks
In „Feuerball“ nimmt James Bond mit einem Raketenrucksack vor Killern Reißaus. Jetpacks existieren schon lange, konnten aber nur 20 Sekunden lang fliegen und waren brandgefährlich. Das vom Neuseeländer Glenn Martin entwickelte Gerät wiegt zwar 220 Kilo, fliegt aber 30 Kilometer weit.martinjetpack.com

Bewegte Zeitungsbilder
Harry Potter, die kleine Lusche, brauchte noch Magie, um bei der Zeitungslektüre in den Genuss von bewegten Bildern und Sprache zu kommen. Wir Muggel, wie man nichtmagische Menschen in der Potter-Welt abfällig zu nennen pflegt, brauchen für so etwas nur das iPad.apple.de/ipad

Kampfdrohnen
In „Terminator 4“ flogen diese unbemannten Dinger durch die Gegend und ballerten dabei wild um sich. Die „AR.Drone“ von Parrot sieht ähnlich cool aus, ist aber wesentlich harmloser: Gesteuert wird sie mit einem iPhone oder iPod touch, und statt mit Waffen lässt sie sich mit Kameras ausrüsten.ardrone.parrot.com