Sollte man diesen Film tatsächlich als „Tipp des Monats“ empfehlen? Ihn mit vier PRINZ-Sternen – sehr gut – bewerten? Sicher, die Darsteller, allen voran Samuel L. Jackson, agieren beeindruckend. Und verdammt spannend ist „Unthinkable“ auch: Ein zum Islam konvertierter Amerikaner hat drei Bomben in US-Metropolen versteckt; der Countdown läuft. Der Terrorist ist rasch gefasst, doch FBI-Agentin Brody beißt beim Verhör auf Granit: Der Mann gibt die Lage der Bomben nicht preis. Auftritt CIA-Verhörspezialist „H“. Der fragt nicht lange nach, sondern hackt dem Attentäter ein Fingerglied ab. Das erste von zehn. Folter als legitimes Mittel zum Erzwingen von Geständnissen? Das provoziert Widerstand, auch bei Agentin Brody: Im erbitterten Duell mit „H“ pocht sie auf Menschen- und Verfassungsrechte. Aber was tun, wenn der Terrorist nicht redet? Explodieren die Bomben, sterben zehn Millionen Zivilisten. Rechtfertigt das Folter? Zählt das Leben dieser Menschen mehr als das des Verbrechers? Und darf man Menschenleben überhaupt gegeneinander aufwiegen? Komplexe Fragen, die dieses gar nicht so abwegige Szenario aufwirft. Und vier PRINZ-Sterne. Vor allem weil man um das Nachdenken über diesen Film nicht herumkommt.