Sommer 1989: Die kalifornischen Sonnenanbeter verzehren sich nach einem bezahlbaren Cabrio, in dem man auf dem Pacific Coast Highway den Wind durch die sandigen Haare wehen lassen kann – und ein japanischer Autobauer erfüllt ihnen endlich diesen Wunsch. Doch Mazda präsentiert der Welt kein Auto wie einen machohaften US-Cowboy. Vorbild für den MX-5 ist vielmehr die alte Tradition japanischer Bogenschützen. Damit sie vom Pferd aus ins Schwarze treffen, ist eine perfekte Einheit von Ross und Reiter nötig. Jinbai Ittai heißt das auf Japanisch. Dieser Idee ist der MX-5 verpflichtet. Der offene Flitzer ist klein und leicht, im Ur-Modell reichten 110 PS für unvergleichlichen Fahrspaß.Bereits zehn Jahre später bricht der Mazda MX-5 mit 531 890 verkauften Exemplaren den Rekord des bestverkauften Roadsters aller Zeiten. Er hält ihn bis heute, auch in Deutschland.

Als die ersten Autos beim Händler standen, schien es revolutionär, wie viel Cabrio für so wenig Geld machbar war. Im Schnelldurchgang wurde Mazda vom soliden Limousinenbauer zur Spaßmarke.Bis heute hat sich an der Grundidee des MX-5 nichts geändert. Warum auch? Wenn Jeremy Clarkson vom britischen Kult-Automagazin „Top Gear“ sagt: „Ich gebe dem MX-5 alle fünf Punkte. Aber nur, weil es keine 14 Punkte gibt“, dann versteht man, warum der Roadster heute ein Kultauto ist – mit Hunderten Fanclubs, Facebook-Gruppe und iPhone-App.Die deutsche MX-5-Gemeinde traf sich im September auf der Essener Zeche Zollverein, um den Geburtstag ihres Autolieblings zu feiern. Zum Jubiläum hat Mazda das Sondermodell „20th Anniversary“ aufgelegt. Und auch das hat neben vielen Extras natürlich die wichtigste MX-5-Zutat: Jinbai Ittai.

Der MX-5 in Zahlen
Weit über 800 000 Mazda MX-5 wurden bis heute verkauft – damit ist er der erfolgreichste Roadster aller Zeiten mit einem eigenen Eintrag im „Guinness Buch der Rekorde“.
5000 Exemplare: Mazda plante ursprünglich nur die Produktion einer Kleinserie. Übrigens: Der MX-5 heißt in den USA Miata und in Japan schlicht Roadster.
3 Modell-Generationen wurden bislang produziert. Nur die erste hatte die markanten Klappscheinwerfer.
Mehr als 200 MX-5-Fanclubs gibt es auf der ganzen Welt – allein der in England hat fast 4500 Mitglieder.
1979 brachte der US-Journalist Bob Hall Mazdas Chefentwickler Kenichi Yamamoto mit einer kleinen Skizze auf die Idee zum MX-5.
2008 wird der Mazda MX-5 bei der Auto Trophy von den Lesern der „Autozeitung“ zum besten Cabrio des Jahres gewählt.

Jan Wilms