1979 war die Mauer für die meisten Westberliner kein Aufreger. Die bis heute unfassbare Realität dieser innerstädtischen Grenze war Teil der Lebenswelt geworden. Bei seiner mehr als 160 km langen Grenzbegehung hat Mende damals die Mauer und Grenzanlagen, vor allem aber die Entwicklung des Stadtraumes in Grenznähe festgehalten – unaufgeregt, großformatig und mit dem für ihn typischen präzisen Blick für Zusammenhänge und Details. Heute ist die Mauer Vergangenheit, aus dem Stadtbild ist sie genauso verschwunden wie aus dem Bewusstsein. In diesem vollständig veränderten Kontext wird die Revision von Mendes einzigartigem Grenzarchiv zur denkbar spannendsten Geschichtsbetrachtung.