PRINZ: Getreu Ihres Familien-Credos „Adel vernichtet“ machen Sie als jüngster Nachkomme der Belmont-Dynastie Jagd auf Vampire. Zuletzt wurden Sie zunehmend angefeindet.
Belmont: Leider. Schuld sind die Hollywood-Produzenten. Sie formten ätzende Freaks zu neuen Stilikonen, aus abgerissenen Typen wurden metrosexuelle Posterboys. Anfangs war das kein Problem. Im Gegenteil, die weichgespülten Blutsauger waren eine leichte Beute. Ein Zahnstocher reichte, um die schöngeistigen Lappen zurück in die Gruft zu befördern. Leider stieg gleichzeitig ihre öffentliche Akzeptanz.

PRINZ: Sie spielen auf den allgegenwärtigen Vampir-Hype an?
Belmont:Ja, aktivistische Grufties bepöbeln mich auf offener Straße. Zuletzt stürmten militante „Twilight“-Fans meine Barbecue-Party, bei der ich ein paar Vampire auf der Sonnenbank gegrillt habe. Letztlich hat aber die Wirtschaftskrise mein Businessmodell ruiniert.

PRINZ: Hat Ihre Blutbank Ihr Vermögen verspekuliert?
Belmont: Steigende Rohstoffpreise haben Silberkugeln unbezahlbar gemacht. Aus wirtschaftlicher Sicht hat es keinen Sinn mehr, Werwölfe über den Haufen zu knallen. Mein Finanzberater hat mir geraten, den Job an den Nagel zu hängen. Den Vorrat an Holzpflöcken habe ich bereits an eine Baumarktkette verkauft.

PRINZ: Sie machen daraus Vampirjägerzäune für den wehrhaften Kleinbürger. Sie brechen also mit der Familientradition?
Belmont: Nein, ich bleibe ein Jäger. Meine persönliche Zukunft sehe ich im Bund der Steuerzahler: im Kampf gegen die Blutsauger vom Finanzamt.