Mit versteckter Kamera sind Klaas und Joko in der Öffentlichkeit auf der Jagd nach ahnungslosen Kandidaten, um diese in ein vermeintlich unverbindliches Gespräch zu verwickeln. Doch genaues Zuhören kann sich dabei lohnen. Klaas und/oder Joko stellen ihrem Gegenüber eine oder fünf in das Gespräch integrierte Fragen. Für jede richtige Antwort kassieren die ahnungslosen Kandidaten am Ende 50 Euro. So weit, so unoriginell. Denn nicht nur, dass das Comedyquiz auf dem britischen Format „Oblivious“ basiert, nein, vor ein paar Jahren war bereits Mario Barth hierzulande auf der Pirsch, um in „keine ahnung?“ undercover Geld unters Volk zu bringen.

Die komplette erste Folge von „Ahnungslos“

Allerdings ist nicht das x-te Kopieren einer ausländischen TV-Sendung das Problem. Das kann nämlich durchaus funktionieren – siehe „Stromberg“ oder „Comedystreet“. Vielmehr sind es die beiden hölzernen Hauptdarsteller, die, wenn sie nach Skript arbeiten müssen, leider ziemlich alt aussehen. Während bei „MTV Home“ alles wunderbar absurd, anarchisch und teilweise herrlich unvorhergesehen daherkommt, etwa bei den vielen Außendrehs auf Erotik-Messen oder Autorallyes, wird bei „Ahnungslos“ klar, dass Klaas und Joko definitiv keine guten Schauspieler sind. Da helfen auch die Kostümierungen nicht – auch, wenn diese teilweise herrlich trashig sind. So stellt sich letztlich die berechtigte Frage, wie lange ProSieben die Show auf dem Bildschirm lässt.

Text: André Depcke