PRINZ: Royfried, nach dem atomaren GAU sind Sie einer der letzten überlebenden Entertainer in Las Vegas. Wie läuft Ihr Show-Geschäft?
Royfried: The show must go on! Das Publikum hat sich kaum verändert. Waren es früher Busladungen voller Rentner, so sind es heute Mutanten. Der Unterschied zwischen einem Krampfadergeschwader und einer Ansammlung von Gammelfleisch ist nicht groß.

PRINZ: Haben Sie Ihr Programm der Situation angepasst?
Royfried: Nun, ich zersäge jetzt keine Jungfrauen mehr, sondern andere Mutanten. Wenn bei der Nummer etwas schiefgeht, wächst einfach ein neues Körperteil nach. Probleme bereitet mir mein weißer Tiger. Seit der nuklearen Explosion hat er zwei Köpfe und führt permanent Selbstgespräche, statt durch den Feuerring zu springen.

PRINZ: Damit fehlt Ihnen ja der Show-Höhepunkt.
Royfried: Ja, leider kommen deshalb auch immer weniger Zuschauer. Die Leute wollen etwas geboten bekommen, wenn sie nicht gerade ums Überleben kämpfen. Deshalb peppe ich die Show mit Gaststars auf.

PRINZ: Céline Dion?
Royfried: Die konnte doch schon vor dem Fallout keiner mehr ertragen. Ich versuche es mit Elvis-Imitatoren. Der letzte war leider ein Reinfall. Seine Hüfte ist während des Schwungs weggefault. Wenn das so weitergeht, muss ich wieder im Kasino jobben. Das wäre der Super-GAU. Ich liebe es viel zu sehr, im gleißenden Licht der Atompilze auf der Bühne zu stehen.