PRINZ: Ist es im Filmgeschäft vorteilhaft, die Tochter von Francis Ford Coppola zu sein? Sofia Coppola: Manchmal bestimmt. Aber oft musste ich härter arbeiten als andere, um zu beweisen, dass ich eben nicht nur die Tochter eines legendären Regisseurs bin. Die Leute dachten am Anfang, ich hätte nichts auf dem Kasten, mir sei ja sowieso alles in den Schoß gefallen. Andererseits interessieren sich Menschen allein aufgrund meines Namens für mich, und ich hatte einen anderen Zugang zur Filmwelt als jemand, der etwa aus Kentucky kommt und ganz neu anfängt.

Haben Sie jemals über eine Namensänderung nachgedacht? So wie Ihr Cousin Nicolas Coppola? Der heißt ja Cage. Und es hat funktioniert. Viele Leute wissen gar nicht, dass Nic ein Coppola ist. Aber ich kann mir nicht vorstellen, meinen Namen zu ändern, dazu ist er viel zu sehr Teil meiner Persönlichkeit. Ich bin stolz auf diesen Namen.

Geht es hinter den Kulissen Hollywoods wirklich so einsam und öde zu, wie Sie es in „Somewhere“ darstellen? Bestimmt gibt es Momente, in denen man auf dem roten Teppich seinen Star-Status genießen kann. Aber das sind nur flüchtige Augenblicke ohne Substanz. Im normalen Alltag fallen viele sogenannte Stars in ein Loch. Plötzlich ist ihr Tag nicht mehr strukturiert, kein Fahrer holt sie morgens ab. Und wenn man keine echten Freunde oder Familie hat, spürt man die Leere besonders intensiv. Aber ich bin ja kein Star.

Warum haben so viele Stars Drogenprobleme? Ein ganz praktischer Grund ist der, dass Schauspielern von allen Seiten Drogen angeboten werden. Außerdem kannst du dir als Hollywood-Star bestimmte Drogen einfach leisten.

Ihr Hauptdarsteller Stephen Dorff sieht aus, als hätte er einige ausprobiert. Stephen tauchte an einem der ersten Drehtage am Set auf und sah wirklich verkatert aus. Als ich ihn darauf ansprach, gab er an, er hätte die ganze Nacht in einer Stripbar verbracht, um sich auf seine Rolle vorzubereiten. So viel persönlichen Einsatz weiß ich wirklich zu schätzen.

„Somewhere“ ist nach „Lost In Translation“ Ihr zweiter Film, der in einem Hotel spielt – Sie scheinen ein Faible für Hotels zu haben. Haben Sie dort schon mal etwas geklaut? Na ja, das eine oder andere Stück Seife habe ich mal mitgenommen. Ist das schon kriminell?