Diese Sektion, die seit 1971 fester Bestandteil der Berlinale ist, ist der wahre Ort für Entdeckungen, werden doch hier – oft als Debüts – Filme präsentiert, die außerhalb des Filmfestes nicht in den Kinos landen werden. Hier können Filmjunkies eine Weltreise vom Kinosessel aus antreten.
Mit gleich drei Filmen wird Tschechien ins Blickfeld der Cineasten gerückt. In der Doku „Nesvatbov“ etwa versucht ein Bürgermeister, durch Verkuppplungsaktionen dem Bevölkerungssschwund in seinem Dorf entgegenzuwirken.
Sehr stark, wie eigentlich seit jeher im Forum, ist Lateinamerika vertreten. In Argentinien, zeigt sich Sektionschef Christoph Terhechte begeistert, sei soviel los im Moment, „das hat mich umgehauen“. Über die Beziehung eines Jungen zu seinem Sportlehrer erzählt Marco Berger in „Ausente“. Aus Chile kommt „El mocito“, eine Dokumentation über einen Mann, der als 16/17-Jähriger in einem Folterzentrums Pinochets als Gefängniswärter arbeitete und sich heute auch als Opfer sieht. Ein stiller Film über den Verlust von Nähe in einer Familie ist der kanadische Beitrag „En terrains connus“, Nähe fehlt auch den Figuren in „FIT“ von Hirosue Hiromasa, die Angestellten eines Versandhauses treffen zwar oft auf Leute, können aber nicht mit ihnen kommunizieren.
In „Auf der Suche“ weiß man lange nicht, ob die strenge, von Corinna Harfouch gespielte Mutter in ihrer Sorge um ihren Sohn übertreibt oder nicht; ihre Angst ist nachvollziehbar, doch unbegreiflich zugleich, denn eigentlich kennt sie ihren Sohn, dessen Leben gar nicht.
40 Filme werden im Hauptprogramm des Forums präsentiert, dazu kommen acht Special Screenings sowie acht Filme des einflussreichen japanischen Filmemachers Shibuya Minoru. Insgesamt 25 Weltpremieren bietet diese Sektion. Übrigens: Die schönsten Premieren gibt es immer im Delphi, mit den ausführlichsten Gesprächen, auch noch weit nach Mitternacht.