Sie fragt, ob Schafe im Regen schrumpfen und wie’s wohl ist, mit Jungs zu „schweinigeln“. Er erzählt von Schokoladen-Hotdogs und davon, wie sich seine Mutter das Gehirn wegschoss: Die Brieffreundschaft zwischen Außenseiterin Mary, acht Jahre alt und Australierin, und dem einsamen New Yorker Autisten Max ist in zweierlei Hinsicht speziell. Zum einen zeigt Regisseur Adam Elliot (Kurzfilm-Oscar für „Harvie Krumpet“) einen ausgeprägten Sinn fürs Groteske, wenn er mit so schrulligem wie abgründigem Humor vom Alltag seiner beiden tragisch-traurigen Gestalten erzählt. Von Marys Leben mit ihrer dauerbetrunkenen Mutter und dem Vater, der tote Vögel ausstopft. Und von Max, dem ständig seine Goldfische wegsterben, weil er sie aus Versehen im Toaster grillt oder mit dem Mixer püriert. Zum anderen sind Mary und Max Knetgummifiguren, deren Geschichte Elliot in etwa 132 500 Stop-Motion-Einzelbildern inszenierte: ebenso originell und detailverliebt wie „Wallace & Gromit“, aber viel skurriler und böser. So erfahren wir zum Beispiel, dass Babys in Amerika aus Eiern schlüpfen, die Prostituierte oder nikotinsüchtige Nonnen ausbrüten. Das wussten wir nun wirklich noch nicht.