PRINZ: Herr Kong, Sie waren der erste Bösewicht in einem Videospiel und für Ihre Fass-Attacken berüchtigt. Dann wurde es ruhig um Sie. Was ist damals passiert?
Kong: Das Fässerwerfen hat meinen Rücken komplett ramponiert. Die blonden Frauen und schnellen Autos aus „Mario-Kart“ waren mir zu Kopf gestiegen. Durch Mario lernte ich zudem so komische Pilze kennen. Das Zeug hat mir total das Hirn verdreht, machte mich wütend und schizophren. Schließlich schickte mich Nintendo in Therapie, weil in ihrer heilen Welt kein Platz für ein Wrack wie mich war. Dass sie es nur gut meinten, verstand ich damals nicht.

PRINZ: Wie empfanden Sie die Zeit dort?
Kong: Schlimm. Die Stimmung im Business war auf dem Tiefpunkt, weil der Markt für Videospiele gerade zusammengebrochen war. In den Sitzungen traf ich auf viele gefallene Helden. Unter ihnen auch Pac-Man, der im Zuge der Acid-Bewegung auf den falschen Pillen hängen geblieben war.

PRINZ: Mittlerweile geben Sie Ihre Erfahrungen an die nächste Generation weiter. Was ist Ihre Botschaft?
Kong: Spielspaß und Waffengewalt gehören für viele leider untrennbar zusammen. Das darf nicht sein. Statt mit einer abgesägten Schrotflinte auf Gegner zu schießen, sollte man Meinungsverschiedenheiten in einem friedvollen Mini-Spiel austragen. Willigen Aussteigern biete ich eine Exitstrategie. Neulich habe ich einen fiesen Endgegner an „Die Sims“ vermittelt. Dort durchläuft er nun ein anonymes Resozialisierungsprogramm.