KONZEPT:

Fashion & Fame: Sieben Nachwuchsdesigner, beziehungsweise solche, die es gerne sein wollen, kreieren unter der Anleitung eines Top-Designers das Modelabel „GoldCut“. Einer von ihnen wird am Ende sogar Chefdesigner des Labels. Woche für Woche muss jeder der Kandidaten ein Kleidungsstück entwerfen. Nach einem kritischen Blick entscheidet die Jury: „Oh, très chic!“ oder aber „Ah, meine Augen!“.

Die Model-WG: Konzept… Hmm, nun ja, sechs Newcomer-Models (zehn kämpfen zunächst um den Einzug) bewohnen ein Berliner Loft. ProSieben verspricht harten Konkurrenzkampf pur. Ein idealer Nährboden für Zickenterror deluxe – das bewies bereits die erste Staffel. Jede Woche geht’s zum Rapport ins Modelbüro – und jede Woche muss der Haushalt geschmissen werden. Wer am Ende am besten mit High-Heels UND Putzschwamm umgehen kann, bekommt einen Vetrag bei einer renommierten New Yorker Modelagentur.

JURY:

Fashion & Fame: Top-Designer Philipp Plein (wer kennt ihn nicht?) betreut die sieben Nachwuchsdesigner. Der GQ- und New-Faces-Award-Gewinner eröffnete sein erstes eigenes Geschäft 1998 in der Münchner Promi-Disse P1 – geil!. 2009 bastelte er zum 50. Geburtstag der Barbie-Puppe zudem die Philipp-Plein-Barbie – noch geiler! Zur Seite steht dem Münchner die Modedozentin und Designerin Emma Brown sowie ein wöchentlich wechselnder Gastjuror. Und die können sich, äh sehen lassen – irgendwie: Präsidentensohn Pierre Sarkozy ist ebenso dabei wie It-Girl Peaches Geldof, Model Franziska Knuppe, Sängerin Aura Dione, Riot-Grrrl Alice Dellal und Schauspielerin Mischa Barton. Mehr Mode-Kompetenz geht nun wirklich nicht – wobei: doch!

Die Model-WG: Es kann nur einen geben: Der Model-Terrier vom Dienst, Peyman Amin, steht den Mädels mit Rat und Tat zur Seite. Wenn es sein muss, wird aber auch schon mal das verbale Lineal rausgeholt und damit der Hintern versohlt. Aber es dient ja alles nur dem Wohle der Nachwuchsmodels – das Business ist schließlich hart. Ja, ja…

KANDIDATEN:

Fashion & Fame: Stephan beispielsweise ist in seiner Heimat Rumänien bereits ein bekannter Jungdesigner – na klar. Bonnie lebt in der Modemetropole London – ist das die Möglichkeit? Sunny hat eine Vision von der individuellen Schönheit – Wahnsinn. Und David hat bereits zwei eigene Labels gegründet – scheinbar nicht sehr erfolgreich.

Die Model-WG: Gab es in der ersten Staffel immerhin fünf Ex-„Topmodel“-Kandidatinnen zu bewundern, kennt man in der zweiten Staffel nicht ein einziges der Models. Oder kurz gesagt: Vorher unbekannt, währenddessen zumindest im TV, nachher unbekannt.

FAZIT:

„Fashion & Fame – Design your dream“ schreit förmlich danach, bereits nach der ersten Folge abgesetzt zu werden – man erinnere sich an „Hire or Fire“, eine Show, in der Erfolgsproduzent John de Mol einen neuen Creative Director suchte. Nein, Moment, lieber doch nicht dran erinnern. Falls das Konzept im Stile von Heidi Klums „Project Runway“ doch jemanden interessieren sollte: Glückwunsch, ProSieben! Tja, und „Die Model-WG“? Die war schon in der ersten Staffel unerträglich gestellt und voll von Klischees. Dann doch lieber C-Promis, die im Dschungel pürierte Rattenschwänze schlürfen.

Text: André Depcke