PRINZ: Das Spiel sollte bereits 2008 erscheinen. Wie kam es zur gewaltigen Verzögerung?
Jean Barrière: Da kam viel zusammen. Wir mussten um die 1000 Autos testen. Dann hatten die Entwickler die irre Idee, ältere Zielgruppen zu erschließen, und integrierten Rollatoren im Spiel. Laufen Sie mal mit einer Gehhilfe den kompletten Nürburgring inklusive Nordschleife ab! Dauert ewig. Am Ende kippten sie das Vorhaben und setzen nun auf Geschwindigkeit.

PRINZ: Mit der scheinen Sie Probleme zu haben, wenn man Sie so ansieht.
Jean Barrière: Ach, die paar Kratzer. Die stammen von einem Zusammenstoß mit Umweltaktivisten. Diese Hippies wollten uns mit Sitzblockaden davon abhalten, das Postkartenidyll der Eigernordwand mit unseren Rennen zu zerstören. Ich konnte da nicht lange diskutieren und musste draufhalten, weil wir schon hinter dem Plan hingen. Um Zeit zu gewinnen, stellte man weitere Piloten ein.

PRINZ: Die konnten verlorenen Boden gutmachen?
Jean Barrière: Leider nein. Es waren nur Testfahrer aus dem Rennspiel „Burnout“ verfügbar. Die führten sich wie Rockstars auf, zerlegten mit ihrer asozialen Fahrweise den kompletten Fuhrpark und brannten mit den Boxenludern durch.

PRINZ:Wie haben Sie das Spiel überhaupt fertiggestellt?
Jean Barrière: Mithilfe zuverlässiger Sonntagsfahrer – um weitere Schäden zu verhindern. Wir mussten ihnen allerdings in jedem Auto eine Ablage mit Wackeldackel zugestehen. Also nicht wundern, wenn durch die Heckscheibe eines Ferraris ein gehäkelter Klopapierhut blitzt. Das hat schon seine Richtigkeit.