Erdbeben sind für Nordeuropäer ein unbekanntes Gefühl. Doch wer viel reist, sollte wissen, was im Notfall zu tun ist. „Es fühlte sich an, als würde das Haus auf einem Skateboard einen Berg herunterfahren“, erinnert sich die Neuseeländerin Louise Kavanagh an den 4. September 2010, als in Christchurch die Erde bebte. „Das Wohnzimmer schien sich zur Seite zu neigen. Bücher fielen aus den Regalen, und der Fernseher kippte um. Ich stellte mich in den Türrahmen und erstarrte vor Angst. Am lautesten war es, als der Schornstein vom Dach fiel.“ Dass sich die 29-Jährige nicht verletzt hat, verdankt sie ihrem Wissen:

Bei Erdbeben flüchtet man am besten ins Freie. Ist der Weg nach draußen versperrt, stellt man sich dorthin, wo das Haus am stabilsten ist – am sichersten in den Türrahmen. Ist dieser zu weit entfernt, kann man sich auch unter einen Tisch oder eine Bank retten. Ansonsten gilt: Innenwände schwanken weniger als Außenwände, weshalb man sich eher zur Raummitte orientieren sollte als zum Ausgang. Auch von zersplitternden Fenstern sollte man sich möglichst fernhalten und am besten mit den Händen über dem Kopf so lange im Haus verharren, bis die Erde zur Ruhe gekommen ist. Dass ihr Haus nur leicht beschädigt wurde, verdankt Louise Kavanagh der Tatsache, dass es aus Holz besteht. Das ist flexibler als Beton und nimmt Bewegungen leichter auf, ohne gleich zu zerbersten.