Eines der großen Tabuthemen in China, Aids, greift Zhao Liang in „Zai Yi Qi“ auf. Interessante Einblicke in China „bis ins Hinterland“, verspricht Wieland Speck, der Leiter des Panoramas, für diesen Film.
Dieser Beitrag ist einer von mehr als 50 Filmen der Berlinale-Sektion Panorama, die seit 1986 in ihrer heutigen Form Teil der Berlinale ist und zuvor als „Info-Schau“ den großen Wettbewerb ergänzte. Alle Filme sind entweder Welt- oder zumindest Europa-Premieren, nach den Vorführungen gibt es – ähnlich wie im Forum – stets Publikumsgespräche mit den Regisseuren und Darstellern. Eröffnet wird das stets auch sehr politische und vor allem durch queere Filme auffallende Panorama am 10. Februar mit „Tomboy“, Céline Sciamma erzählt hier von der zehnjährigen Laure, die versucht, sich in ihrer neuen Heimat nicht als Mädchen, sondern als Junge zu behaupten.
An Miriam Makeba – die „Mama Africa“, die größte Stimme des afrikanischen Kontinents – erinnert Mika Kaurismäki mit einer warmherzigen, von seiner eigenen Begeisterung für diese Frau und ihre Musik geprägten Doku. Auch Harry Belafonte taucht darin auf, schließlich sorgte er dafür, dass die Südafrikanerin Miriam Makeba in ihrer Exilheimat USA Anfang der 1960er Jahre schnell populär wurde. Der große Musiker und Menschenrechtsaktivist ist auch präsent in „The Black Power Mixtape 1967-1975“ und wird persönlich zur Berlinale kommen. Während des Festivals wird er im Talent Campus sprechen und im Berlinale Special „Sing your Song“, eine Doku über sein Leben, vorstellen.
An die Bilderwelten des im April 2010 verstorbenen Regisseurs Werner Schroeter erinnert Elfi Mikesch mit „Mondo Lux“. Peter Dörfler, der 2009 in der Perspektive Deutsches Kino sein Berlinale-Debüt gab, hat mit „The Big Eden“ versucht, hinter die glatte Oberfläche des Berliner Playboys Rolf Eden zu gelangen.
Ein aufwändiger, bildstarker Science Fiction ist der russische Spielfilm „Mishen“, der belgische Beitrag „Rundskop“ erzählt von der Hormonmafia im Rinderstall, einer traurigen Rache und nebenbei von den Zwistigkeiten der Flamen und Wallonen.
Drehbuchautorin Marie Kreutzer legt mit „Die Vaterlosen“ ein beachtliches Regiedebüt vor, ein offener, ehrlicher Film, der auch Klischees bewusst nicht scheut.
Auch im Panorama kann das 3D-Kino entdeckt werden. Zum ersten Mal, schwärmt Wieland Speck, habe er bei „The Mortician“ kapiert, „wie man in 3D arbeiten muss“.