Alles fing damit an, dass im Foyer des Kino Arsenal Sofas und urige Stehlampen aufgestellt wurden, dazu eine merkwürdige Geräuschkulisse und eigentümliche Gerüche herumwaberten. Was viele Berlinale-Junkies als gemütlichen Stopp zwischen den Filmen nutzten oder für eine kleine Partie Tischtennis in Meggie Schneiders „Hobbykeller“-Installation, war schon eine Art Vorbote des Forum Expanded, das es in diesem Jahr zum sechsten Mal geben wird. Schon 2006 lotete diese Erweiterung der Berlinale-Sektion „Internationales Forum des Jungen Films“ die Grenzen zwischen Film und Kunst aus. Die Sofas waren nur der Rahmen für eine besondere Präsentation von Videokunst, die sich zunehmend mehr in die Kunstorte der Stadt auszubreiten begann.
In diesem Jahr nun werden 42 KünstlerInnen, FilmemacherInnen, PerformerInnen und MusikerInnen aus 16 Ländern filmische Arbeiten in Ausstellungen, in Screenings, im Radio und auf der Bühne präsentieren. Guy Maddin, in diesem Jahr Mitglied der Wettbewerbsjury, wird in der kanadischen Botschaft mit „Hauntings“ seine Videos über Gespenster der Filmgeschichte vorstellen. In dem experimentellen Schwarzweiß-Film „Das schlafende Mädchen“ erzählt der Berliner Künstler Rainer Kirberg vom Beuys-Schüler Hans und seiner Leidenschaft für Ruth. Eine Ausstellung über die, wie es heißt, „Autonomie der Bilder und ihre historische Lebensdauer“ wird in den Kunstsaelen Berlin aufgebaut. kg