Binnen Minuten waren die Tickets weg als bekannt wurde, dass die Indie-Rocker von Arcade Fire persönlich kommen werden, um einen gemeinsam mit Spike Jonze („Jackass“, „Wo die wilden Kerle wohnen“) entwickelten Kurzfilm auf der Berlinale vorzustellen. Am Wochenende hatten sie erst den Grammy für das beste Album eingeheimst, dann folgten noch zwei Brit Awards – bestes Album, beste Band. Und nun Berlin, ein Film, „Scenes from the Suburbs“, Weltpremiere. Win und Will Butler hat dafür mit Regisseur Spike Jonze am Drehbuch mitgearbeitet. Einige Szenen daraus waren schon für das neue Album der Band, „The Suburbs“, als eine Art Video zusammengeschnitten worden. Doch der 28minütige Film ist keineswegs ein aufgeblasener Musikclip. Gedreht in Austin, Texas, erzählt er eine Art Coming-of-Age-Geschichte. Fünf Freunde verbringen unbeschwert einen Sommer, in den zunehmend die Gewalt eindringt, Brutalität, kriegsähnliche Zustände herrschen bald um sie herum, die auch die fünf Kids und ihre Freundschaft verändern werden. Lange beobachten sie alles nur, sorglos fast, doch irgendwann sind sie mittendrin. Heftiger Plot, tolle junge Darsteller.
Seit Jahren schon, erzählte Win Butler nach der Premiere, seien sie mit Spike Jonze befreundet. „Vielleicht“, kommentiert Win, „sei das ein ziemlich verwirrender Film, aber er soll genauso sein.“
Danach ist alles ganz entspannt. Denn einige Besucher waren durchaus auch einfach „nur“ als Filmfans da, wurden doch insgesamt fünf Kurzfilme in dem spätabendlichen Programm gezeigt und zu allem waren Filmemacher und auch Akteure gekommen. Kein Gedränge, keine Hysterie, nur sympathische Anfragen nach Autogrammen und Fotos. Win und Will Butler und Régine Chassagne jedenfalls sahen einfach nur glücklich aus nach diesen krassen Tagen voller Preise und Premieren.