Büttenreden und närrisches Treiben sind nicht jedermanns Sache. Und auch im kostümierten Kollektivabschleppen in der Großraumdisco sehen viele Menschen wenig Vergnügliches. Dennoch ist Karneval ja prinzipiell eine lustige Sache – finden auch die Menschen in anderen europäischen Ländern. Und feiern oft anders als Deutschland: brasilianisch etwa, wie auf Teneriffa. Der Karneval in der Hauptstadt Santa Cruz dauert rund drei Wochen und ist einer der größten der Welt; Höhepunkt: der Umzug am Faschingsdienstag mit Samba und Salsa, prächtigen Wagen und ebensolchen Königinnen.

In Xinzo da Limia im spanischen Galicien bewirft man sich, barock maskiert, zum Karnevalsauftakt am „Domingo Farineiro“ in den Straßen mit Mehl. Vor allem bei Regen eine spaßige Sauerei. Eine ähnlich staubige Faschingstradition pflegen die Menschen im griechischen Galaxidi. In Ivrea im Piemont werfen die Kostümierten lieber mit Orangen, in anderen italienischen Städten wie Acireale auf Sizilien, Viareggio (Toskana) und natürlich in Venedig begnügt man sich mit Umzügen in prunkvollen Kostümen.

Tiermasken sind beliebt beim Karneval im kroatischen Rijeka; opulent, doch etwas verweichlicht gibt man sich in Kopenhagen und im niederländischen Arnheim. Dort wurden die Festivals im Latin-Look auf Pfingsten beziehungsweise in den August verlegt: Damit es den Tänzerinnen nicht so kalt unter ihre Samba-Röckchen zieht.