PRINZ: Herr Hawke, einst waren Sie Rollenspielheld mit zotteligen Haaren, Dreitagebart und abgerissenen Lederklamotten, jetzt sitzen Sie hier im feinen Designeranzug. Was ist mit Ihnen passiert?
Hawke: Rollenspiele sind in den letzten Jahren immer komplexer geworden. Das Verwalten von Charakterpunkten, Spezialfähigkeiten und Waffen erfordert wahre Managerfähigkeiten. Mit „World Of Warcraft“ zog der Geist der New Economy und mit ihm das schnelle Geld in die Fantasy-Welt ein. Mein Publisher legte mir nahe, einen Kurs für Volkswirtschaft an der Abendschule zu belegen, den ich mit Auszeichnung bestand.

PRINZ: Sie wurden also vom archaischen Kämpfer zum kühlen Rechner umgeschult?
Hawke: Genau, vor allem habe ich gelernt, dass seriöses Auftreten der Weg zum Erfolg ist. Meine Kluft habe ich abgelegt. Seitdem werde ich auf dem Bio-Markt oder beim Yoga auch nicht mehr schräg angeguckt. Mittlerweile bin ich bei „Dragon Age“ zum Leiter der Personalabteilung aufgestiegen.

PRINZ: Vermissen Sie denn so gar nicht die Kämpfe gegen Drachen?
Hawke: Nein, früher klebte an meinen Händen Blut. Heute höchstens an dem Geld, das ich verdiene, wenn ich ein paar bucklige Gnome als Futter in die Drachenhöhle schicke. Im Gegensatz zu den modrigen Kellerverliesen stinkt das wenigstens nicht.

PRINZ: Blutgeld, also?
Hawke: Nennen wir es doch lieber eine Aufwandsentschädigung für meine erfolgreiche Arbeit.