„Was ist schlimm daran, dass ich auch mit anderen Männern schlafe?“, fragt Christie ihren Freund. „Ich nehme doch die Pille.“ Sex ist wichtig fürs Ego und als Zeitvertreib, mit Gefühlen hat er allerdings nichts zu tun. Vor allem wenn man dabei eh meist zugekokst ist. Von Oberflächlichkeit, Sinnleere und der Bürde des Reich- seins im Upperclass-Amerika Anfang der 80er-Jahre weiß wohl keiner so ironisch und präzise zu erzählen wie Bret Easton Ellis. Und auch die Verfilmung seiner Geschichtensammlung „The Informers“ ist ein kühler Reigen von Beischlaf und Bedröhntheit, faszinierend und abstoßend zugleich – aus der Distanz beobachtete Episoden, deren Protagonisten alle miteinander in Verbindung stehen: ein Filmproduzent, der gleichzeitig seine Affäre und die Ehe mit der pillensüchtigen Gattin retten will. Sein Sohn, der die Ahnung von Liebe mit Koks und Partys betäubt. Ein Pförtner, der auch was abhaben will von Geld und Ruhm und in eine Kindesentführung verwickelt wird. „Ich brauche jemanden, der mir sagt, was gut ist“, fordert der Produzentensohn am Ende verzweifelt. Aber das kann keiner in dieser Welt aus Egozentrik, Hedonismus und Rausch. Also auf zur nächsten Party.